Im Donnertempel von T. Brezina

Rezension: Ein Fall für dich und das Tiger-Team – Im Donnertempel von Thomas Brezina

Im Donnertempel ist der erste Band der Tiger-Team-Reihe von Thomas Brezina. Statt wie häufig beim Konzipieren einer Reihe damit anzufangen, dass sich die Gruppe bildet, gibt es das Tiger-Team bereits, aber man erfährt nicht wie sich die drei kennen gelernt haben. Dabei wäre das gerade interessant, wenn man bedenkt wir unterschiedlich die drei Charaktere sind.

Davon abgesehen haben einige Sachen für mich keinen Sinn ergeben: Wie kommen Luk, Biggi und Patrick auf diese Auktion? Wie kommen sie überhaupt auf die Idee an einer solchen Auktion teilzunehmen? Normalerweise würde bei so etwas doch ein Erwachsener dahinterstecken, weil er sich gerade um die Kinder kümmern soll, er aber gerne auf diese Auktion will, also nimmt er die Kinder kurzer Hand mit. So ist es hier aber nicht die Kinder kommen alleine auf die Idee dort hinzugehen, obwohl sie so etwas noch nie gesehen haben.

Aus Versehen kaufen sie dann etwas auf der Auktion und obwohl niemand mitgeboten hat, wollen alle ihre Schatzkarte haben. Auf der Auktion werden Habseligkeiten eines alten Seefahrerkapitäns verkauft, nachdem er gestorben ist. In den getrockneten Kugelfischen befinden sich mehrere Schatzkarten, wovon aber nur eine die echte Karte ist. Wenn die Erwachsenen dort irgendwo eine Schatzkarte erwarten, warum bieten sie dann nicht auf die Fische mit, stattdessen lassen sie die Kinder so etwas kaufen, und erst nachdem die Schatzkarten durch einen Unfall zum Vorschein kommen, wollen alle Erwachsenen sie haben. Das ergab für mich auch keinen Sinn.

Hinzu kommt, dass die Eltern den drei Detektiv einfach so erlauben mit einem wildfremden Mann (dem Reporter) nach Gran Canaria zu fliegen, weil sie angeblich ein Preisausschreiben gewonnen haben. Ich bezweifele stark, dass irgendwelche Eltern ihren 12- bzw. 11-jährigen Kindern eine solche Reise erlauben würden, nach dazu, wenn keine richtige Aufsicht mitfliegt, der Mann, der sie beaufsichtigen soll, vollkommen unbekannt ist und die Kinder in ein Land fliegen, dessen Sprache sie vielleicht sogar nicht sprechen und wo sie sich überhaupt nicht auskennen.

Der Krimi ist für Kinder ab 8 Jahren. Das Buch hat auch eine relativ große Schrift, einfache Sätze und ist mit Bildern illustriert, außerdem hat es nur einen Umfang von 125 Seiten. Alles in allem handelt es sich also um ein Buch für noch recht junge Leser, dennoch sind die Protagonisten schon 12 bzw. 11 Jahre alt. Normalerweise ist die Faustregel, dass das Alter der Protagonisten ungefähr dem Alter der Leser entspricht, aber das scheint hier ja überhaupt nicht der Fall zu sein, schließlich ist eine große Differenz zwischen 8 und 11 bzw. 12 Jahren.

Hinzu kommen noch die Charakterbeschreibung, die ich ja oben schon einmal erwähnt hatte. Nicht nur ist mir unverständlich wie drei so unterschiedliche Kinder Freunde werden (was nichts negatives ist, aber ist gibt keine Erklärung vom Erzähler und deshalb wirkte es unlogisch auf mich), sondern auch wie man solche Charakterbeschreibungen zulassen kann. Patrick wird von seinen Freunden für dümmer gehalten, aber das stimmt eigentlich nicht. Hinzu kommt, dass er sich mit 12 Jahren bereits für Muskelaufbau interessiert und der Muskelprotz im Team ist (mit 12!). Biggi ist das einzige Mädchen im Team (wie so häufig) und interessiert sich natürlich für Kleidung. Wofür sonst soll sich ein 12-jähriges Mädchen auch interessieren? Und Luk ist das Genie im Team und der Jüngste. Auch das scheint mir unglaublich klischeehaft, vor allem wenn man bedenkt, dass er sich einen kleinen Taschencomputer gebaut hat mit dem er allerlei nachschlagen kann (erinnert sehr an ein Smartphone).

Insgesamt war ich von Im Donnertempel, Band 1 der Tiger Team-Reihe, von Thomas Brezina nicht so wahnsinnig begeistert und kann den Krimi auch leider nicht weiterempfehlen.

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