Azurblau für Zwei von E. Sternberg

Rezension: Azurblau für Zwei von Emma Sternberg

Azurblau für Zwei von Emma Sternberg ist ein Liebesroman, der eine sommerliche Kulisse hat. Capri liegt nur ein paar Kilometer vor Neapel und so lernen wir die Insel nicht nur als Arbeitsort von Isa kennen, sondern auch als wunderschönen Reiseort. Isa kann zwar am Anfang nicht so viele Ausflüge über die Insel machen, aber diese werden dann im Laufe der Handlung an der ein oder anderen Stelle eingeflochten, sodass man schon ein Gefühl für Capri bekommt und das Gefühl hat, dort zu sein.

Diesem Gefühl zuträglich sind über die Landschaftsbeschreibungen hinaus auch die Beschreibungen des Essens und der Vegetation. Die Autorin beschreibt sehr viel wie gut das leckere, italienische Essen ist. Dabei beschreibt sie aber nicht nur den Geschmack, sondern auch die Gerüche. Auch bei der Vegetation – vornehmlich der essbaren Pflanzen – wie beispielsweise Tomaten und Zitronen, gibt es ganz ausgiebige Beschreibungen, wie diese auf die Sinne wirken. So konstruiert die Erzählinstanz eine sehr große Nähe (auch durch die Ich-Erzählerin) zum Schauplatz, aber vor allem wird die unglaublich sommerliche und urlaubige Idylle der Insel in den Mittelpunkt gesetzt und man hat wirklich das Gefühl, dort zu sein. So etwas mag ich bei Romanen immer sehr gerne und gerade wenn man nicht in den Urlaub fahren kann, kommen solche Romane wie gerufen.

Isabell Ritter ist eine sehr sympathische Figur. Sie wird als emotionale, kluge, witzige und zurückhaltende Frau beschrieben. Die Reise nach Capri um dort für ein paar Monate einen Job anzunehmen ist etwas, das sie normalerweise nicht tun würde. Dennoch springt sie über ihren Schatten und entschließt sich zu der Reise und dazu ihren Job aufzugeben. Obwohl all diese Entscheidungen auch logisch begründet werden können, fand ich sie dennoch recht mutig und mir hat der Charakter sehr gut gefallen. Auch interessant fand ich, dass Isabell und Mitzi so gut miteinander klar kamen. Man hatte fast das Gefühl, dass da ein Mutter-Tochter-Verhältnis entsteht, weil Mitzi keine Kinder hat und Isa keine richtige Mutter.

Auch Luca hat einen sehr interessanten Charakter. Obwohl er ein italienischer Polizist ist, und man dann denken würde, dass er bestimmt ein bisschen rauer ist und sehr temperamentvoll, erweist er sich eher als sensibel, einfühlsam und liebevoll. Er weiß, dass Isa keine Kinder bekommen kann, weil sie in Tränen ausgebrochen ist als sie über Kinder gesprochen haben. Viele andere Figuren in Liebesromanen wären auf die Idee nicht gekommen und hätten sich wohl auch nie als so einfühlsam herausgestellt. Manchmal erschien es mir fast unheimlich als so sensibel wurde Luca beschrieben.

Ich muss aber sagen, dass mir das Ende nicht besonders gut gefiel. Ich will hier dazu gar nicht so viel mehr schreiben, weil ich das Ende nicht verraten will. Aber soviel sei dann doch gesagt: Das Ende hatte ich mir anders erwartet und erhofft. Dass Isa sich in der ganzen Zeit in Italien nur sporadisch bei einer einzigen ihrer Freundinnen, die ihr ja auch angeblich relativ wichtig sind, gemeldet hat, fand ich dann doch relativ seltsam und schade. Ich hatte am Ende auch den Eindruck, dass der Roman dann mal so langsam fertig werden musste oder nicht noch länger werden sollte und deshalb etwas abgewürgt wirkte.

Alles in allem hat mir der Roman Azurblau für Zwei von Emma Sternberg aber sehr gut gefallen und ich kann diesen sehr sommerlichen Roman, mit dem türkis-bunten Cover, wirklich weiterempfehlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.