Das Geheimnis von Benwick Castle R. Reef

Rezension: Das Geheimnis von Benwick Castle von Rob Reef

Das Geheimnis von Benwick Castle von Rob Reef ist der zweite Teil der Stableford-Reihe. Man kann das meiste eigentlich verstehen auch ohne den ersten Band gelesen zu haben. In die Figurenkonstellation kommt man recht schnell rein und das meiste wird vor allem am Anfang durch den Brief von Adrian Benwick geklärt. Die Erzählsituation ist nämlich ganz interessant: Stableford ist Autor eines Detektivromans, den die Figur Adrian gelesen hat. Die Menschen in Brigadun scheinen zwischen fiktiver Realität und fiktiver Fiktion aber nicht sonderlich gut unterscheiden zu können, denn sie benennen Stableford, Harriet und Holmes, die als Figuren auch in dem fiktiven Werk von Stableford vorkommen, dort aber andere Namen haben, bei deren fiktiven Figurennamen und nicht bei deren eigentlichen Namen. Dadurch werden mehrere Erzählebenen vermischt, was es teilweise etwas schwierig gemacht hat, zu folgen.

Hinzu kamen die Namen von drei Frauen: Alasdairs Ex-Frau heißt Henriette, sie kommt nur in Erzählungen und Erinnerungen vor, weil sie zum Zeitpunkt der Handlung bereits verstorben ist. Aber es gibt auch noch Harriet, Stablefords Frau und Penelope, die von Holmes teilweise Hattie genannt wird. Diese drei Namen zusammen mit den teilweise vermischten Erzählebenen und der Vermischung der Namen und der Vertauschung der Namen der beiden Detektive: Bei Doyle heißt der eigentliche Detektiv Sherlock Holmes und sein Gehilfe Dr. John Watson. Hier heißt Stableford mit Vornamen John und sein Gehilfe ist Dr. Holmes. All dies zusammen machte die Namen für mich doch recht unübersichtlich.

Die Handlung selbst hat mir gut gefallen. Wir haben vier Detektive, die sich teilweise aufteilen (in verschiedenen Konstellationen) und so alle Beteiligten befragen. Das hat mich an die Krimis von Agatha Christie erinnert, wo der Detektiv auch erst einmal alle beteiligten befragt und aus diesen Antworten schon die ersten Schlussfolgerungen zieht. Was mich etwas enttäuscht hat, war die Burg, denn dabei handelt es sich ja eigentlich um eine alte Brennerei, was für die weiteren Handlungsverläufe zwar notwendig ist, aber doch etwas enttäuschend war.

Was mich wiederum gestört hat, war, dass Stableford sich selbst zum Richter erklärt. Er ermittelt nach und nach wer der Täter ist, findet heraus, dass auch Adrian Benwick vergiftet wird und es ihm deshalb so schlecht geht und auch andere Dinge werden im Laufe der Ermittlungen ans Tageslicht gezerrt. Bei den Aussagen fallen Ungereimtheiten auf und sowas. Dann möchte er den Anwesenden erzählen, wer Alasdair ermordet hat, versammelt alle Anwesenden zu einer festen Uhrzeit und taucht selbst viel zu spät dort auf. Dann erzählt er ihnen, wer Adrian vergiftet hat und aus welchen Gründen und sagt danach, dass er nicht vor hat, den eigentlichen Täter zu stellen. Er und seine Vertrauten werden am nächsten Morgen abreisen und den Täter nicht weiter behelligen, weil sie finden, dass Alasdair in seinem Leben genug Unheil angerichtet hat und den Tod offenbar verdient hatte. So etwas darf ein Detektiv, meiner Ansicht nach, aber nicht. Mir gefiel dieses Ende gar nicht, obwohl der Täter noch auf Stableford zugeht und ihm erzählt, weshalb er Alasdair ermordet hat.

Und was für mich keinen Sinn ergab: Adrian und Alasdair müssen nach dem Zuzug von einem der Söhne von Alasdair und von Dr. Goodyear zwei bis dahin nicht bewohnte Zimmer beziehen, weil es sonst nicht genug Zimmer gibt. Dennoch kann man Harriet und Stableford und Penelope und Holmes noch unterbringen auf der Burg. Woher kommen diese Zimmer plötzlich? Den damaligen Anstandsregeln gemäß hätte man mindestens mal drei Zimmer zur Verfügung stellen müssen (Holmes und Penelope sind schließlich nicht verheiratet).

Das Geheimnis von Benwick Castle hat mir trotz einiger Schwächen gut gefallen. Ich werde auf jeden Fall auch noch die weiteren Bände der Reihe um Detektiv Stableford lesen und hoffe, dass Rob Reef noch ein paar weitere Bände schreibt. Wer Golf mag, wird hier noch mehr auf seine Kosten kommen, denn um die „Burg“ herum gibt es einen kleinen Golfplatz, auf dem Holmes und Stableford auch mal spielen.

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