Erbe des Mondes von L. Winter

Rezension: Erbe des Mondes von Linda Winter

Erbe des Mondes von Linda Winter ist der zweite Teil der Reiter des Himmels-Reihe. Die Ereignisse schließen nahtlos an den ersten Teil der Reihe an und wie es bei solchen Reihen üblich ist, sollte man hier auf jeden Fall die Reihenfolge beachten.

Obwohl eigentlich alle im zweiten Band handelnden Charaktere aus dem ersten Band bereits bekannt sind, gibt es doch einige Entwicklungen und Veränderungen. Tyko beispielsweise erfährt, dass er ein Mensch des Mondes ist und dass die Mondmagie ihm nicht einfach so folgt, sondern von ihm auch genutzt werden kann und dass Menschen des Mondes, im Gegensatz zu Menschen des Feuers, das Leben bringen und heilen können. Hieraus resultiert eigentlich keine charakterliche Veränderung, denn er war ja eigentlich schon immer ein Mensch des Mondes und hat es nur jetzt erfahren, und er ist auch nicht der Typ dafür, der dadurch plötzlich arrogant wird. Stella wird von Andras und Tyko immer noch unterschätzt, steht aber ihre Frau als sie sich den Entführern ihres Drachen im Kampf alleine stellt. Stella wächst über sich selbst hinaus, weil jemand ihr ihren Drachen weggenommen hat und sie Phoenix nicht im Stich lassen kann.

Obwohl Tyko Philemona, der Assassinin, die ihn beschützen soll, die ganze Zeit über vertraut hat und es sich dabei beinahe schon um ein blindes Vertrauen gehandelt hat, fängt er nun häufiger Streits mit ihr an und zeigt ihr auch seine Ablehnung unverhohlen. Das hat angefangen als er erfahren hat, dass sie nicht weiß wer sie engagiert hat, um auf ihn aufzupassen, dass sie ihn aber mit ihrem Leben beschützen soll. Weshalb er deshalb ständig auf sie losgeht und sie anschreit und ihre Verachtung offen zeigt, verstehe ich nicht; zumal es strategisch durchaus sinnvoll sein kann eine ausgebildete Assassinin an ihrer Seite zu haben. Diese Streits haben mich tatsächlich irgendwann nur noch gestört, weil sie einfach keinen Sinn für mich ergaben und Tyko dadurch irgendwie unsympathischer wirkte, aber wahrscheinlich haben sie noch ihren Grund und wir Leserinnen haben ihn einfach noch nicht erfahren.

Die Geschichte im zweiten Band hat auch recht lange gedauert, um Fahrt aufzunehmen. Die Situation im Palast und in Lavia wird immer bedrohlicher bis Tyko zusammen mit seinen Freunden losfährt, um Stellas Drachen zu befreien. Aber wirklich viel passiert, außer eben Dinge, die zeigen, dass sich der Krieg nähert, ist nicht. Nachdem die Protagonisten auf dem Schiff sind, gibt es zwar auch noch Gespräche, Pläne werden geschmiedet, Beziehungen verändern sich und es kommen immer mehr Details ans Licht, aber die Action kommt eigentlich erst, als Stella alleine loszieht um Phoenix zu befreien.

Vielleicht liegt der im Absatz drüber geschilderte Eindruck auch schlichtweg daran, dass es unglaublich viele Vorausdeutungen gibt, die dann erst in der Folge aufgegriffen werden können. Man versteht einige Sachen gar nicht und ich denke mit all diesen Vorausdeutungen könnte es sinnvoll sein, die Bände mehrfach zu lesen, damit man alle Zusammenhänge und Vorausdeutungen auch wirklich versteht, zumal das ganze politische Geflecht aus Ländern und Figuren nicht so einfach zu durchdringen ist und es in diesem Band auch etliche Rückblenden in die Vergangenheit gibt, die man auch nach mehrmaligem Lesen sicherlich besser versteht. Diese Rückblenden und auch die Vorausdeutungen machen aber natürlich auch neugierig darauf wie es weitergeht.

Bei dem Band handelt es sich wieder um einen selbst verlegten Band, sodass einige Fehler natürlich verständlich sind, die ein gutes Lektorat aber sicherlich gefunden hätte. Ich meine hier sowohl falsche Fälle, als auch inhaltliche Sachen: Mal ist von einem Schneebären mal von einem Eisbären die Rede. Und am Anfang gibt es ein Kapitel als Stella mit den anderen auf dem Weg zum Hafen ist, in dem die Leserin erfährt, warum Stella glaubt, dass Phoenix im Ewigen Eis gefangen wird. Kurze Zeit später wollen Stellas Reisegenossen natürlich wissen, warum Stella sich so sicher ist, dass Phoenix dort ist. Sie antwortet aber nur recht ausweichend statt die Geschichte, die im Kapitel davor der Leserin berichtet wurde, an der Stelle im Gespräch mit ihren Freundin zu berichten. Da es sehr viele Rückblenden gibt, hätte es dieses Vorgehen vielleicht etwas entspannt, wobei das natürlich reine Geschmackssache ist.

Grundsätzlich hat mir Erbe des Mondes von Linda Winter gut gefallen und ich bin sehr gespannt wie die Reihe weitergeht. Wer auf phantastische Geschichten mit starken Heldinnen steht, der wird mit Stella, Tyko und ihren Freunden sicherlich seinen Spaß haben. Ich weiß gar nicht worauf ich mich am meisten freue: Wenn Tyko mehr von seiner Vergangenheit erfährt, wenn er lernt seine Fähigkeiten noch besser anzuwenden, wenn er seine Familie befreit oder wie sie es nun final schaffen wollen den Krieg zu verhindern und Niola von Tyko fernzuhalten, aber mehr verrate ich nun nicht.

 

 

 

P.S.: Ich danke Linda Winter für das Rezensionsexemplar.

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