Hörbücher ·Was der Fluss erzählt von D. Setterfield

Rezension: Was der Fluss erzählt von Diane Setterfield

Den Roman Was der Fluss erzählt von Diane Setterfield habe ich wieder als Hörbuch gehört. Zuerst möchte ich wieder auf die Geschichte selbst, den Inhalt und die Charaktere eingehen. Danach werde ich mich wieder mit dem Medium befassen.

In meiner Inhaltsangabe hatte ich ja angedeutet, dass alles als Rahmen die Sage um Quietly hat. Diese Sage wird im Laufe der Geschichte dann von einer Figur erzählt, sodass die Hörerin dann auch weiß, worum es dort ging. Mir hat sie persönlich gut gefallen. Ich mag solche Geschichten in der Geschichte und erst recht, wenn es sich dabei um solch eine mystische Sage handelt.

Den Inhalt hatte ich mir anhand der Informationen vom Verlag anders vorgestellt. Ich hatte damit gerechnet, dass die Figuren zusammen im Gasthaus Swan sitzen, das Mädchen hereinkommt und sich die Figuren dann ihre Geschichten erzählen und sie die ganze Zeit über im Swan bleiben. So hatte ich mir einen gemütlichen Abend mit Freunden und Bekannten vorgestellt, draußen ist das Wetter ungemütlich, aber drin ist es am Feuer lauschig. Leider war dem nicht so. Die Figuren sitzen zwar am Anfang zusammen, aber die eigentliche Handlung beginnt damit erst und der Hauptteil der Geschichte passiert weit nach diesem Abend. Nachdem ich mich daran mal gewöhnt hatte, fand ich das auch ganz okay.

Was mir gut gefallen hat, waren diese ganzen Nebenhandlungen und die Verstrickungen der Figuren untereinander. Jeder Figur, die eine annähernd wichtige Rolle spielt, bekommt eine Geschichte. Manche Geschichten sind ausführlicher, andere weniger ausführlich, aber ich hatte bei vielen Figuren dadurch das Gefühl, dass man sie viel, viel besser kennenlernt, weil man einfach so viel über ihre Herkunft erfährt. Natürlich ist es auch spannend wenn dann während der Handlung immer mehr von einer Figur aufgedeckt wird und wenn man dann auch mehr über die Verbindungen zu ihren Mitmenschen erfährt.

Und auch wenn es schon ein bisschen sehr mit dem Medium zu tun hat: Durch die vielen Nebenstränge und Rückblicke in die Vergangenheiten der Figuren und auch durch die pure Anzahl der Figuren selbst, ist der Roman unglaublich komplex. Wenn man ihn als Hörbuch hört, muss man wirklich ein gutes Namensgedächtnis haben, damit man immer weiß welche Figur welche Hintergrundgeschichte und welche Verbindungen hat. Ich hätte mir hier wieder einmal gerne eine Liste mit den Figuren gewünscht und dieses Mal nicht nur um zu wissen wie diese für die Rezension geschrieben werden, sondern eben auch um den Überblick während des Hörens zu behalten.

Noch einmal zur Geschichte: Ich mochte die Mischung aus Krimi, Abenteuer, Mythen und Sagen, Märchen, Roman und Liebesgeschichte. Mir hat die abwechslungsreiche Geschichte gefallen, ich habe mit den Figuren mitgefiebert, dass ihre Träume in Erfüllung gehen und man hofft natürlich, dass das kleine Mädchen zurück zu ihren richtigen Eltern kommt. Die Auflösung hat für mich trotz aller ungeklärten Details Sinn ergeben, denn es passte durchaus zur Atmosphäre des Romans.

Mir hat auch die Analogiebildung des Flusses gefallen, die am Anfang ziemlich offensichtlich gemacht wird: die Geschichte hat wie ein Fluss ziemlich viele Nebenflüsse, Nebenhandlungen, die alle in die Geschichte miteinfließen und diese zu einem immer reißenderen Strom machen.

Simone Kabst, die das Hörbuch eingesprochen hat, hat das wirklich gut gemacht. Ich finde, dass ihre Stimme gut zur kalten Jahreszeit und zur manchmal etwas heimeligen Atmosphäre des Romans gepasst hat. Besonders beeindruckend war aber, dass sie es geschafft hat mit ihrer Stimme die etlichen unterschiedlichen Charaktere zu porträtieren. Man wusste eigentlich immer, welche Figur gerade im Fokus stand, von wem die Gedanken und Gesprächsteile kamen. Ihre Stimme hat dazu beigetragen, dass man sich die Figuren vor seinem geistigen Auge vorstellen konnte und haben so zum Gesamtbild eindrucksvoll beigetragen. Ich halte das, was Simone Kabst da geleistet hat wirklich für eine unglaublich beeindruckende Leistung.

Die märchenhafte Atmosphäre, die etwas düstere Stimmung und der neblige Dunst der Themse, der die ganze Geschichte einhüllt, machen das Hörbuch wirklich perfekt für diese Jahreszeit. Ich kann Was der Fluss erzählt von Diane Setterfield also nur empfehlen.

 

 

 

Danke an Random House Audio für das Rezensionsexemplar!

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