Peer Gynt von H. Ibsen

Rezension: Peer Gynt von Henrik Ibsen

Peer Gynt von Henrik Ibsen gehört wohl zu den in Deutschland bekanntesten norwegischen Werken und Henrik Ibsen zu den bekanntesten norwegischen Autoren.

Der Peer Gynt und vor allem Henrik Ibsen standen schon etwas länger auf meiner Wunschliste, weil er eben so ein bekannter norwegischer Autor war und so wollte ich unbedingt mal etwas von ihm lesen. Bei der Frankfurter Buchmesse 2019 war Norwegen dann Ehrengast und so gab es dort auch einiges zur norwegischen Literatur. Ich habe dort eben den Peer Gynt von Henrik Ibsen geschenkt bekommen und so wollte ich ihn gerne zeitnah lesen, was mir leider nicht so ganz gelungen ist. Ich habe außerdem auch ziemlich lang für ihn gebracht, weil ich ihn sprachlich nicht so einfach fand.

Kommen wir also erst einmal zur Sprache: Normalerweise komme ich mit Klassikern ganz gut klar und selbst wenn mir die Sprache am Anfang seltsam vorkommt, braucht es häufig eben ein paar Seiten und dann kommt man rein und versteht dann auch das meiste. Hier war das leider anders. Ich bin nicht wirklich in einen Lesefluss gekommen und ich kann nicht ganz sagen, ob das an der alten Sprache oder an der Übersetzung lag. Da ich es durchaus auf Deutsch gelesen habe, kann ich mir schon vorstellen, dass es an der alten Übersetzung lag, denn diese scheint auch nicht mehr so ganz neu zu sein und könnte ja durchaus nah ans Original angelehnt zu sein, sodass die alte Sprache von Henrik Ibsen auch hier noch durchschlagen könnte.

Bei dem Theaterstück handelt es sich auch um eine sehr offene Form, da es – wie oben beschrieben – einen sehr langen Zeitabschnitt zeigt und es auch eine weite Reise abbildet. Hinzu kommt, dass es in dem Fünfakter keinen wirklichen Höhepunkt und kein wirklich tragisches Ende gibt. Auch die Figuren gehören eher einem niedrigeren Stand an.

Viele Elemente aus dem Peer Gynt kamen mir aus der deutschen Literatur bekannt vor. Ein junger Mann, der allerlei Unsinn anstellt, von der Gesellschaft ausgestoßen wird, Lügengeschichten erzählt, aber gleichzeitig mit verschiedenen Fabelwesen konfrontiert wird, die es in der realen Welt zu geben scheint oder zumindest dem Publikum (bzw. Leserin) suggeriert werden. Hier seien beispielsweise Aus dem Leben eines Taugenichts von Joseph von Eichendorff, Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen und Münchhausen von Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen genannt. Wer die drei Werke kennt, der kann sich also ungefähr vorstellen in welche Richtung der Peer Gynt so in etwa geht.

Auch die vielen Sagen- und Mythenelemente fand ich sehr interessant, weil ich mal vermute, dass diese aus der norwegischen Sagen- und Mythenwelt stammen. Ich kenne mich mit diesen leider nicht sonderlich gut aus, aber ich kann mir vorstellen, wer sich einmal damit auseinandergesetzt hat, wird im Peer Gynt auch einiges wiedererkennen (hier könnte ich mir beispielsweise die Trolle und deren Trollkönig vorstellen).

Alles in allem handelt es sich beim Peer Gynt von Henrik Ibsen um ein sicherlich sehr spannendes Stück, dem ich vielleicht irgendwann auch eine zweite Chance geben werde, aber ich kam nicht in den Lesefluss rein und fand die Sprache sehr anstrengend, sodass ich empfehle nicht mit zu hohen Erwartungen an das norwegische Drama heranzugehen.

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