Mord in Port St. Petroc von T. Petersen

Rezension: Mord in Port St. Petroc. Ein Cornwall-Krimi von Tabea Petersen

Bei Mord in Port St. Petroc. Ein Cornwall-Krimi von Tabea Petersen handelt es sich um einen Krimi mit einer jungen und einer etwas betagteren Ermittlerin, die beide noch nie zuvor in einem Fall ermittelt haben.

Charlotte ist grundsätzlich ein sehr sympathischer Charakter. Obwohl sie sehr stark ist und jeder sie nach ihrer Meinung fragt und sie damit auch Führungsqualität an den Tag legt, arbeitet sie als Sekretärin in der Firma. Dass jeder sie früher oder später mal um Rat bittet, ist ein Running Gag im Krimi und zeigt, dass sie eigentlich die Qualitäten einer Ermittlerin hat, die schließlich auch einen guten Draht zu allen Menschen haben muss. Schade fand ich, dass bei ihr keine Entwicklung passiert ist. Am Ende wirkt es so – und die Autorin hatte dafür auch alle Weichen gestellt – dass Charlotte etwas an ihrem Leben verändert, den Job, der ihr nicht besonders gut gefällt, an den Nagel hängt und ich hatte schon während der Leserunde gedacht, dass es ganz lustig wäre, wenn sie am Ende erkennt, dass sie gerne Polizistin oder Privatdetektiv werden möchte, aber das Entwicklungspotential wurde leider nicht ausgeschöpft.

Mrs. Maggie, die zweite Detektivin, ist eine sehr sympathische, rüstige, ältere Dame. Alleine der Name erinnert natürlich schon an Miss Marple, zumal Mrs. Maggie viele verschiedene Detektive erwähnt nur eben Miss Marple nicht. Auch das Profil der beiden passt recht gut, denn bei beiden handelt es sich um ältere Damen, die selbst nicht viel handeln, sondern eher anderen die Laufarbeit überlassen (Mrs. Maggie hat ja Charlotte, die für sie ermitteln soll).

Wie eben beschrieben werden mehrere Detektive, Werke und Autoren des Krimigenres erwähnt, außerdem gibt es auch das ein oder andere berühmte Zitat. Das gefiel mir natürlich sehr gut, vor allem wenn man die entsprechenden Anspielungen versteht, hat man mit solchen Details ja immer seine Freude.

Die Geschichte selbst ist nicht total abgedroschen, aber auch nicht total innovativ. Es geht um eine mittelständische Firma, die der Hauptarbeitgeber im Ort ist, um einen jungen Arbeiter, der eine Hightech-Maschine anschaffen möchte und um einen anderen Mitarbeiter, der den jungen Arbeiter rausdrängt und selbst über die Beschaffung der Maschine bestimmt. Dass dabei offenbar einiges schief geht, ist ja klar, sonst könnte daraus kein Krimi werden.

Da die Geschichte eben in einer relativ kleinen Stadt in einer recht kleinen Firma angesiedelt ist, handelt es sich im weitesten Sinne um einen Whodunit, was ich ja ganz gerne mag. Natürlich sind die Protagonisten nicht auf dem Firmengelände eingesperrt, aber es ist eigentlich recht klar, dass es einer der Angestellten gewesen sein muss, denn aufgrund der Überwachungstechnik kann eigentlich niemand auf das Gelände gekommen sein.

Abgesehen davon geht die Ermittlungsarbeit leider ein bisschen unter. Charlotte und Mrs. Maggie befragen praktisch niemanden, es werden keine Beweise gesichert (zumindest nicht von den beiden Detektivinnen) und sie sprechen auch nicht mit der Polizei, um deren Spuren verfolgen zu können. Charlotte stößt zufällig auf den Täter und überführt hat sie ihn auch nicht so wirklich. Einzig Charlotte durchsucht, eher halbherzig, die Wohnung von Colin und den Schreibtisch eines Kollegen.

Außerdem kamen einige Sachen hinzu, die mir unlogisch erscheinen: Zumindest einer der Verdächtigen hat schwere Alkohol- und Drogenprobleme, von denen offenbar niemand etwas mitbekommen hat. Das erschien mir sehr unglaubwürdig, da bei so einer neugierigen Mutter des Chefs eigentlich kaum ein Geheimnis lange verborgen bleiben kann.

Hinzu kamen auch noch einige Rechtschreibfehler (beispielsweise ein +,das an der entsprechenden Stelle nichts zu suchen hatte), Buchstabenvertauschungen und auch bei den Kapitelmarken hat bei mir im E-Book etwas nicht gestimmt. Das finde ich sehr schade, weil es bei Häufungen den Lesefluss unterbricht und mir dann auch irgendwann die Lesefreude nimmt.

Grundsätzlich hat mir Mord in Port St. Petroc von Tabea Petersen gar nicht schlecht gefallen, aber für mich hatte der Krimi noch einige Macken, und sowohl das Verbrechen als auch die Ermittlungen treten für einen nicht unerheblichen Zeitraum der Handlung in den Hintergrund, was mir nicht so gut gefallen hat.

 

 

 

Danke an den Digital Publishers Verlag für das Veranstalten der Leserunde und das Rezensionsexemplar!

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