Mord auf Wedgefield Manor von E. R. Neubauer

Rezension: Mord auf Wedgefield Manor von Erica Ruth Neubauer

Mord auf Wedgefield Manor von Erica Ruth Neubauer ist ein relativ klassischer Whodunit und spielt im Jahr 1926 in England auf einem alten Landsitz. Bei dem Band handelt es sich um den zweiten Teil einer Reihe, und tatsächlich ist es sinnvoll den ersten Teil zu lesen, obwohl man das meiste auch ohne diesen versteht. Ich hatte den ersten Teil, dessen Ereignisse direkt vor denen des zweiten Teils geschehen, nicht gelesen und mir fehlten am Anfang vor allem einige Informationen zu den Beziehungsverhältnissen der Personen.

Auf dem Anwesen gibt es einige besondere Beziehungen zueinander: Jane ist die Nichte von Millie, die offenbar die Schwester von Janes Vater ist, außerdem ist Millie die ehemalige Geliebte und dennoch die leibliche Mutter von Hughes Tochter Lillian, deren Mutter offenbar verstorben ist. Lillian weiß offiziell nichts davon, dass Millie ihre Mutter ist, doch natürlich hat sie es bereits herausgefunden. Alistair und Poppy sind ebenfalls Cousin und Cousine von Lillian, aber nicht von Jane, da sie der Neffe und die Nichte von Edward Hughes sind, mit dem Jane ja nicht verwandt ist. Außerdem gibt es noch Marie, die nicht mit Lillian verwandt, sondern nur mit ihr befreundet ist.

Jane Wunderly ist eine sehr starke Persönlichkeit. Man erfährt relativ oberflächlich, dass sie in ihrer Ehe nicht glücklich war und von ihrem Mann offenbar misshandelt wurde, und dass sein Tod im ersten Weltkrieg offenbar das beste war, was ihr passieren konnte, da sie nun die Freiheit einer Witwe hat. Sie ist aus dieser Ehe gestärkt hervorgegangen und geht ihren eigenen Weg. Deshalb hat sie auch Schwierigkeiten damit sich wieder auf einen Mann einzulassen, obwohl Redvers ein netter Mann zu sein scheint, der ihr ihre Freiheit lässt.

Redvers ist ein sehr mysteriöser Mann, der offenbar bereits während des Kriegs für den Geheimdienst gearbeitet hat. Er scheint Jane sehr zu mögen und ist offenbar nur wegen ihr in England auf Hughes Anwesen. Offenbar hat er gute Kontakt und unterstützt deshalb mehr oder weniger offiziell die örtliche Polizei bei ihren Ermittlungen und wird deshalb auch immer informiert.

Die Ermittlungen von Jane und Redvers sind vielfach Befragungen der Hausangestellten und sämtlicher Familienmitglieder. Nach und nach finden sie die Geheimnisse aller heraus und können so die für die Ermittlungen relevanten von den irrelevanten trennen. Hier würde mich mal das Alter von Jane interessieren, denn sie schient noch relativ jung zu sein, dennoch das Vertrauen aller zu genießen und alt genug zu sein, um sich etwas ruhiger zu benehmen. Wie das bei solchen Krimis ist, ergeben sich durch die Befragungen immer mehr Hinweise, sodass nach und nach klar wird, wer der Täter oder die Täterin sein muss.

Die Zwischenfälle von denen ich oben berichtet habe, sorgen dafür, dass die Spannung erhalten bleibt und auch die Beziehung zwischen Redvers und Jane gibt dem Roman ein gewisses Maß an Spannung. Leider geschieht zwischen den beiden nicht so viel und die Andeutungen am Ende sprechen dafür, dass es noch mindestens einen weiteren Band gibt, auf den ich sehr hoffe.

Das Frauenbild der damaligen Zeit wird immer wieder angesprochen und eigentlich entspricht keine der Frauen wirklich diesem Bild: Millie ist forsch und hatte vor etwa 20 Jahren eine Affäre mit Hughes, Jane nimmt Flugstunden und sucht nicht den nächsten Ehemann, sondern ist eher der Meinung, dass sie ganz gut alleine klarkommt. Wovon sie ihren Lebensunterhalt bestreitet, weiß ich allerdings nicht. Lilian möchte Profigolferin werden, doch als jemand sagt, dass sie nach der Hochzeit natürlich mit dem Sport aufhören müsse, ist sie vollkommen geschockt, denn sie liebt das Golfen. Selbst Marie hat ihr Geheimnis, das sie nicht zu einer typischen Frau der damaligen Zeit macht.

Insgesamt ist Mord auf Wedgefield Manor von Erica Ruth Neubauer ein sehr spannender Cosy Crime, der mir unglaublich gut gefallen hat und den ich fast nicht aus der Hand legen wollte. Ich bin wirklich hellauf begeistert von den Charakteren, der Handlung, dem Setting und der Atmosphäre des Krimis und empfehle es sehr gerne weiter. Ich freue mich auch schon auf den ersten Teil, der direkt auf meine Wunschliste gewandert ist.

 

 

 

Danke an den Digital Publishers Verlag für das Veranstalten der Leserunde und das Rezensionsexemplar!

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