Der Fall des rätselhaften Reifrocks von N. Springer

Rezension: Das Fall des rätselhaften Reifrocks von Nancy Springer

Bei Der Fall des rätselhaften Reifrocks von Nancy Springer handelt es sich um den fünften Band der Enola Holmes-Krimireihe.

Theoretisch kann man die Bände auch ohne die vorherigen Bände lesen, da es sich hier um einen abgeschlossenen Fall handelt. Ich habe bisher nur den fünften Band gelesen und bin gut in der Geschichte zurecht gekommen. Einzig die Hintergrundfragen warum lebt Enola Holmes alleine mitten in London, obwohl sie erst 14 Jahre alt ist und wo ist ihre Mutter hin hätten meiner Ansicht nach gerne beantwortet werden können. Aber abgesehen von diesen Hintergründen, haben mir eigentlich keine Informationen gefehlt.

Enola Holmes ist eigentlich ein ganz sympathischer Charakter. Sie ist sehr freiheitsliebend, klug und gewitzt. Irgendwie schafft sie es die meisten Menschen in ihrem Leben zu täuschen und sich für deutlich älter auszugeben als sie eigentlich ist. Ihre Klugheit scheint bei ihnen in der Familie zu liegen, denn auch ihr Bruder Mycroft und auch ihr Bruder Sherlock sind beide ziemlich klug. Offenbar ist sie sogar noch ein bisschen gewitzter als die beiden älteren Brüder, denn sie schafft es immer wieder sich vor ihnen zu verstecken und sich ihr eigenes Leben und einen Job aufzubauen. Hinzu kommt, dass sie – offenbar durch die Erziehung ihrer Mutter – nicht viel mit dem traditionellen Frauenbild anfangen kann, was sie mir noch einmal sympathischer gemacht hat.

Sherlock Holmes sucht seine Schwester, weil er sich Sorgen macht. Da aber weder er noch Mycroft für sie sorgen können, soll sie auf ein Mädcheninternat gehen, was Miss Nightingale nicht sonderlich gut findet, da die Mode nicht dazu angetan ist, für ein junges Mädchen sonderlich gesund zu sein und da sie aus diesen und ähnlichen Gründen solche Schulen sogar für gefährlich hält. So wird das traditionelle Frauenbild reflektiert und Sherlock muss sich eingestehen, dass er von den Zwängen einer Frau der Mode und dem Frauenbild zu entsprechen nichts wusste und sich nie Gedanken darüber gemacht hat.

Der Fall selbst war ziemlich spannend. Natürlich schwebt auch Enola zwischenzeitlich in Gefahr und einmal muss sie sich sogar auf ihren Bruder berufen, der draußen wartet, obwohl er nichts davon weiß, dass er gegebenenfalls zu ihrer Rettung erscheinen soll. Sherlock ist zwar gerade vor dem Haus, liegt dort aber eigentlich selbst auf der Lauer und rechnet nicht damit, seine jüngere Schwester aus dem Haus der Entführer zu retten. Mir hat nicht nur der gesamte Fall, das Einbinden von historischen Ereignissen und Figuren sehr gut gefallen, sondern auch der Code, den Enola am Reifrock entdeckt. Ich fand es total faszinierend wie die junge Detektivin auf die Lösung gekommen ist, und denke, dass man als junge Leser:in sicherlich auch Spaß am Miträtseln hat.

Was mir besonders gut gefallen hat, war, dass tatsächlich einige Sachen aus dem Original-Werkkanon um Sherlock Holmes erwähnt wurden. Hierzu gehören zum Beispiel der Auftritt von Sherlock und die Erwähnung von Mycroft. Ich mochte diese Details, weil sie einem wirklich das Gefühl gaben, dass man sich beim Lesen des Buches im Holmes-Universum befindet. Beigetragen zu diesem Gesamteindruck hat auch die Art des Falles und der Rätselcode, den Enola knacken musste.

Alles in allem hat mir der fünfte Band der Enola Holmes-Reihe Der Fall des rätselhaften Reifrocks von Nancy Springer gut gefallen und ich empfehle ihn gerne weiter.

 

 

 

Danke an den Knesebeck Verlag für das Rezensionsexemplar! Die Bildrechte für das Cover liegen beim Verlag, der mir das Bild für meine Rezension zur Verfügung gestellt hat.

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