Die geheime Drachenschule von E. Skye ·Hörbücher

Rezension: Die geheime Drachenschule von Emily Skye

Bei Die geheime Drachenschule von Emily Skye handelt es sich um den ersten Band der gleichnamigen Reihe, die insgesamt aus sieben Bänden besteht. Ich habe den ersten Band als Hörbuch gehört, werde also sowohl auf das Medium als auch auf den Inhalt eingehen.

Zu Henrys Charakter lässt sich nur sagen, dass ich ihn irgendwie unsympathisch fand, weil er immer alles alleine machen will. Ja, am Ende lässt er sich von seinen Freunden helfen, doch das auch eher, weil ihn Lucy und Arthur dazu anhalten und weniger, weil er selbst wirklich eine Entwicklung durchgemacht hat. Arthurs Sprache klingt unglaublich gestelzt und sehr unnatürlich; auch wenn das einfach nur klug klingen soll. Tut es nicht, meiner Ansicht nach. Ich habe seine Ausdrucksweise als anstrengend empfunden und dachte mir die ganze Zeit, dass so doch kein Mensch sprechen würde und ich kann mir vorstellen, dass das auch Kinder auffällt. Warum Lucy am Anfang Arthurs Handy klaut, dann aber Henry als schlechten Freund bezeichnet, verstehe ich nicht. Ihr Charakter ergab für mich überhaupt keinen Sinn.

Grundsätzlich finde ich es sehr schade, dass es auch hier nur zwei Mädchen gibt, die für die Gesamthandlung – zumindest im Hörbuch – keine wirkliche Relevanz haben. Ja, Lucy versucht Crock zu erreichen um so herauszufinden, was dort los ist, aber das war es auch schon. Cloe kommt noch weniger vor und ist eigentlich der unscheinbarste Charakter, was ich sehr schade finde.

Wo genau die Kürzungen vorgenommen wurden, weiß ich nicht, aber am Anfang beginnt die Handlung sehr schnell. Hier könnten also durchaus ein paar Kürzungen vorgenommen worden sein, außerdem gibt es am Ende einige größere Zeitsprünge (während Lucy und Arthur nicht mit Henry sprechen, werden sie auf das nächste Wochenende warten um nach Crock zu fliegen, etc.). Auch hier könnten einige Kürzungen passiert sein. Man merkt es nicht direkt, aber da es für mich einige Logiklücken gab, könnten diese auch durch die Kürzungen entstanden sein.

Der Sprecher passte für mich am Anfang nicht so sehr zu Henry, weil er nicht nach einem kleinen Jungen klang, die Stimme des alten Drachen hat der Sprecher gut getroffen, aber alle anderen Charaktere werden immer mit der gleichen Stimme gesprochen, was ich sehr schade finde. Hier hätte man sicherlich noch mehr rausholen können.

Ich hatte ja oben schon einige Logiklücken erwähnt, die mir aufgefallen sind, auf die ich im folgenden näher eingehen möchte: Der Drache möchte sich nicht mit Henry verbinden, weil er sich zu alt für seine Aufgabe fühlt. Warum hat er das Charles nicht mitgeteilt? Wenn er Charles darüber informiert hätte, wären Henry, Arthur und Lucy das Raten, was der Drache eigentlich von ihnen will, erspart geblieben und Henry hätte sich nicht die ganze Zeit fragen müssen, was er falsch macht.

Warum müssen sich Henry und Charles am Anfang so beeilen um zum Treffpunkt zu gelangen, und die anderen warten schon auf ihn. Charles hat Henry direkt nach dem Fußballspiel abgefangen und auch Zuhause hatten die beiden total wenig Zeit. Und wieso lässt eine Mutter ihren elfjährigen Sohn einfach so mit einem Fremden mitgehen, den sie nicht einmal kennt, obwohl er Henrys entfernter Cousin sein soll.

Die jungen Drachenreiter verbringen sehr viel Zeit mit ihren Drachen. Doch es gibt ja noch andere Jahrgänge, die ja auch Zeit mit ihren Drachen verbringen wollen würden. Eigentlich dürfte jeder Schüler nicht einmal einen Tag in der Woche mit seinem Drachen verbringen und üben, sonst würde das zeitlich nicht aufgehen. Die jungen Drachenreiter verbringen definitiv mehr Zeit mit ihnen; es gibt ja auch kaum andere Unterrichtsfächer, womit sie ihre Zeit verbringen könnten. Wie passt das zusammen?

Hinzu kommt ein Problem, das wohl viele Bücher haben, die in der realen Welt spielen, in denen es aber Parallelwelten oder fantastische Elemente gibt: die Drachenreiter dürfen nach ihrem Abgang von der Schule nie wieder zur Insel zurückkehren und werden in die reale Welt entlassen. Was machen sie da? Sie sind erst einmal sieben Jahre aus der Welt raus; wie finden sie sich dort wieder zurecht? Und was machen sie danach beruflich, wenn ihre eigentliche Schulbildung mit elf Jahren beendet war?

Auch die Wahl der Drachen scheint mir unlogisch, denn die Drachen passen zum jeweiligen Charakter des Drachenreiters. Da die Charaktere der Drachenreiter zu ihren Clanmottos passen, müsste doch von der Logik her jeder aus einem Clan immer den gleichen Drachen wählen. Wo bleibt dann die faktische Wahl? Oder wird den Kindern nur vorgespielt, dass sie die Wahl hätten, aber eigentlich steht fest, wer welchen Drachen wählen wird?

Bei mir sind aber auch noch einige Fragen offen geblieben. Hierzu gehört zum Beispiel wozu es die Drachenreiter gibt, wenn sie am Ende doch zurück in die reale Welt müssen und die Drachen nicht von der Menschheit gesehen werden dürfen. Warum wissen alle Freunde von Henry (aus seiner Fußballmannschaft), dass es Siebenfeuer wirklich gibt, während Henry es für einen Mythos hält? Was passiert am Ende mit dem alten Drachen? Warum gibt es nur sechs Drachen, obwohl es Siebenfeuer heißt und es frühe auch sieben Clans und sieben Drachen gab (das wird wohl in einem späteren Band aufgelöst)?

Ich weiß nicht, ob diese ganzen offenen Fragen und Logiklücken durch die Autoren entstanden sind, oder durch die Hörbuchadaption, aber mich haben sie massiv gestört; zumal sie ja so gehäuft auftreten. Deshalb habe ich mich entschlossen, diese Reihe nicht weiter zu verfolgen und kann sie auch nicht wirklich empfehlen; obwohl ich Drachen sehr gerne mag.

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