Tod am Canal Grande von E. Lambert

Rezension: Tod am Canal Grande von Eve Lambert

Tod am Canal Grande von Eve Lambert ist der dritte Teil der Jackie Dupont-Reihe. Sicherlich ergibt es Sinn, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, aber viele Details wurden im dritten Band zumindest noch einmal kurz aufgegriffen, sodass man auch ohne Kenntnis der ersten beiden Bände gut mitkommt.

Da ich die ersten beiden Bände nicht kenne, weiß ich nicht wie genau sich die Beziehung zwischen Jackie und Christopher auf diese Weise entwickelt hat, aber ich fand Jackies Charakter schwierig. Jackie gibt ihrem Verlobten Drogen, ohne ihn darüber zu informieren. Er würde das Wahrheitsserum auch selbst nehmen, wenn er ihr damit helfen könnte, aber das will sie nicht. Sie lässt ihn immer hinter sich herrennen. Angeblich ermitteln sie gemeinsam, doch sie erklärt ihm nicht warum sie welcher Spur folgen und welchen Ort sie aus welchem Grund aufsuchen. Sie behandelt ihn weder liebevoll noch gleichberechtigt und das fand ich einfach sehr anstrengend.

Meiner Ansicht nach, ich mag es, wenn ich die Ermittlungen nachvollziehen kann, kann man die Ermittlungen nicht mitverfolgen. Jackie rennt quer durch Venedig, sie versucht – erfolglos – herauszufinden wo die Leiche entsorgt wurde und überfällt und befragt einen Verdächtigen. Das sind aber gefühlt auch schon sämtliche Ermittlungen, die sie durchführt. Natürlich kenne ich es auch von anderen Detektiv:innen, dass man manchmal einzelne Details nicht erfährt und erst am Ende alles weiß um den Fall lösen zu können. Aber das wurde hier wirklich so extrem, dass man überhaupt nichts über den Fall und deren Lösung weiß.

Dennoch ist der Roman sehr spannend. Es geht um Agenten aus verschiedenen Ländern Europas und Amerika, um wertvolle Juwelen, um diplomatische Interessen und um das Leid, das manche Familien (und manche Menschen) während des ersten Weltkriegs ertragen mussten. Das sorgte dafür, dass ich den Krimi recht schnell weggelesen habe und kaum aus der Hand legen konnte.

Hinzu kam, dass Venedig wirklich wunderschön beschrieben wurde. Ich war zwar noch nie in Venedig und kenne mich dort auch nicht sonderlich gut aus, aber ich hatte wirklich das Gefühl, in der Stadt unterwegs zu sein. Viele wichtige Sehenswürdigkeiten wurden näher beschrieben und man hatte ein wirklich schönes Urlaubsgefühl beim Lesen. Für mich vermittelt der Roman eine sommerliche Stimmung und passt deshalb gut in die Jahreszeit.

Da ich die ersten beiden Teile ja nicht kenne, weiß ich nicht genau was zwischen Jackie und Christopher vorgefallen ist, aber offenbar hält Christopher Jackie für seine bei dem Untergang der Titanic verstorbenen Ehefrau Diana. Jackie behauptet allerdings steif und fest diese nicht zu sein, wobei es immer mehr Hinweise gibt, dass Jackie und Diana die gleiche Person sind. Dabei habe ich mich immer gefragt, ob Christopher nicht anhand von anderen Hinweisen als nur ihrem Aussehen wissen müsste, dass es sich um seine Frau handelt (wie beispielsweise Narben, Muttermale) und natürlich auch ihre Stimme, ihre Bewegungen, ihre Meinungen und Erinnerungen. All diese Sachen sind ja – zumindest teilweise – total schwierig zu verstellen. Hier fand ich es einfach total unrealistisch, dass Christopher immer nur auf das Aussehen der beiden Frauen verwiesen hat und nicht ganz sicher war, ob er mit seiner Vermutung tatsächlich recht hat.

Insgesamt hat mir Tod am Canal Grande von Eve Lambert der dritte Teil der Jackie Dupont-Reihe gut gefallen. Ich weiß noch nicht genau, ob ich die weiteren Teile noch lesen möchte, aber ich glaube, dass mich vor allem die ersten beiden Bände noch reizen würden. Vielleicht kann ich mir danach auch noch weitere Bände vorstellen.

 

 

 

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!

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