Bücherdämmerung

Druckerschwärze versus Bytes? – Von der Koexistenz verschiedener Formate von Elisabeth Ruge

Bücher begeistern mit ihrer Ausstattung, auch Bücher mit Schmuckausgaben oder als bibliophile Ausgaben. Bücher sind dann mit vielen Sinnen erfassbar: Das Gefühl das Faserung des Papiers ohne den Fingerspitzen und der Leineneinband, der Geruch der Druckerschwärze und das wertige Aussehen als Komplettpaket. Allerdings wurde in einer solche Ausgabe nur ein kleiner Teil von Notizen von Henning Ritter veröffentlicht. Sein ganzes Oeuvre hätte man so nicht veröffentlichen können; zu sperrig und zu teuer. Also wäre eine digitale Gesamtausgabe eine Möglichkeit gewesen. Hier wären zwei wesentliche Aspekte Verfügbarkeit und Searchability (man könnte so auch Strömungen und Zusammenhänge kenntlich machen). Neue Leseordnungen werden geschaffen. Digitale Texte bieten aber auch neue Chancen in Sachen Barrierefreiheit: Text-to-Speech-Funktionen und Refreshable Braille, vernünftig navigierbare Texte können von Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen genutzt werden. Hier herrscht noch großes Innovationspotential. Stichwort: gesellschaftspolitische Verantwortung. Flexibilität und Offenheit um im Markt zu probieren, was gehen könnte und die Freiheit einfach zu experimentieren, offenere Entscheidungsprozesse gehören dazu. Relevanz von Verlagen in der Zukunft wird davon abhängen wie attraktiv sie für Leser:innen und Autor:innen sein werden. Offen für Innovation sein.

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