Wer nicht hören will, muss küssen von S. Andersen

Rezension: Wer nicht hören will, muss küssen von Susan Andersen

Bei dem Band Wer nicht hören will, muss küssen von Susan Andersen handelt es sich um den dritten und damit abschließenden Band der Razor Bay-Trilogie.

Tasha ist eigentlich eine starke junge Frau, die sich nicht nur klug und mutig ein eigenes Geschäft aufgebaut hat, sondern die auch noch für ihre Freundinnen da ist und für ihre Mitarbeiter:innen einsteht und ihnen hilft wo sie nur kann. Aber wenn es um Luc geht, scheint sie sich nicht sonderlich besonnen zu verhalten, obwohl sie rational genau weiß, dass es nicht klug ist, sich wieder auf Luc einzulassen. Hinzu kam, dass sie mit ihrem ständigen „man muss immer wieder Wahrheit sagen“ sehr naiv wirkte. Ja, die Wahrheit ist gut, aber manchmal muss man auch sein eigenes Herz schützen, um nicht am Ende am Boden zerstört zu sein. Da sie nicht wissen kann, was in Luc vorgeht, fand ich ihr Handeln ziemlich anstrengend.

Luc benimmt sich von Anfang an wie ein Arsch. Er wundert sich darüber, dass weder seine Brüder noch Tasha ihm vertrauen und beschwert sich auch noch darüber, dass sie ihm ständig unterstellt, dass er sie belügt. Seine Arbeit macht ihn aber nun einmal zu einem Menschen, der ständig lügt und damit nicht erwarten kann, dass man ihm einfach so glaubt. Hinzu kommen Tashas negative Erfahrungen, wegen denen er zwar nachforscht und das nicht einfach so akzeptiert, die aber, auch wenn er nichts dafür kann, unüberwindbar mit ihm zusammenhängen.

Hinzu kam, dass die Handlung eigentlich nur aus Streits, Sex und noch mehr Streits besteht. Ich war nach einem Viertel des Buches sehr froh, dass endlich mal etwas anderes passiert ist, aber das war dann nach wenigen Seiten auch wieder abgehackt und es ging wieder um Luc und Tasha. Ich hätte mich sehr dafür interessiert was im Leben der früheren Protagonist:innen so geschieht und finde, man hätte das ruhig noch etwas mehr in die Handlung einfließen lassen können. Auch Tashas Mitarbeiter:innen hätten noch viel mehr Material für eine spannende Handlung geboten, aber diese Abschnitte waren leider viel zu kurz wieder vorbei.

Leider fand ich das Verhalten von Jenny, Tashas bester Freundin, auch ziemlich unverantwortlich: Ja, ihre beste Freundin zieht sich zu Luc hingezogen, aber ihr deshalb zu raten mit ihm zu schlafen, obwohl sie wissen könnte (und als beste Freundin auch müsste), dass Tasha dann möglicherweise ihr Herz an ihn verliert und er aller Wahrscheinlichkeit nach zeitnah die Stadt wieder verlässt und sein Job so gefährlich ist, dass man als Frau nicht unbedingt auf den Mann warten möchte (und selbst wenn, dieses Warten Monate oder sogar Jahre dauern kann). Irgendwie wäre eine Konfrontation mit Luc oder eine gemeinsam Freundinnen-Analyse der Gefühle des Mannes an dieser Stelle viel angebrachter.

Das Cover, das eine brünette Frau, mit langen glatten Haaren zeigt, passt leider gar nicht zum Roman. Tasha ist nämlich rotblond und hat gelockte Haare. Außerdem hält sich die Figur auf dem Cover die Wange als hätte sie Zahnschmerzen. Ich habe gar nicht verstanden weshalb man solch ein unpassendes Foto für das Cover auswählt.

Insgesamt war ich aufgrund all dieser Dinge sehr enttäuscht vom abschließenden Band der Razor Bay-Trilogie. Normalerweise schafft es Susan Andersen ganz gut auch einen Einblick in die Gefühlswelt des männlichen Protagonisten zu liefern und sorgt dafür, dass beide sehr offen miteinander sprechen. Stattdessen hält Luc Tasha wochenlang die Informationen vor, die sie braucht und sorgt so für mehr Streits als eigentlich notwendig wären. So kann ich Wer nicht hören will, muss küssen von Susan Andersen eigentlich nicht weiterempfehlen.

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