Eine Marcelli geht aufs Ganze von S. Mallery

Rezension: Eine Marcelli geht aufs Ganze von Susan Mallery

Bei Eine Marcelli geht aufs Ganze von Susan Mallery handelt es sich um den zweiten Band der Marcelli Schwestern-Trilogie.

Über die Wissenschaftlichkeit der Experimente von Francesca kann man auf jeden Fall streiten. Sie geht in Verkleidungen auf die Straße und beobachtet wie und ob ihr Menschen Hilfe anbieten. Mir fehlten hier soviele Dinge um diese Experimente wirklich glaubhaft als wissenschaftliche Versuche zu klassifizieren. Wenn Francesca diese Experimente für ihre Dissertation nutzt, sollte da aber schon ein wenig mehr Unterfütterung vorhanden sein, fand ich.

Francesca ist eigentlich ein ganz netter Charakter, aber abgesehen davon, dass ihre Experimente nicht wissenschaftlich wirken, was sie zu einem unglaubwürdigen Charakter macht, war sie auch noch ziemlich unterwürfig. Sie lässt sich von ihrer Familie einschüchtern, statt dieser die Meinung zu sagen. Sie lässt sich von Sam wie Dreck behandeln. Einzig wenn es um seine Tochter Kelly geht, kümmert sie sich sehr liebevoll.

Sam war ein unglaublich schrecklicher Charakter. Am Anfang gibt er sehr charmant und hilfsbereit der „schwangeren“ Francesca gegenüber. Als er dann eine Beziehung mit ihr beginnt, verhält er sich herablassend. Statt auf die Frau zu hören, die zwar keine eigenen Kindern, dafür aber eine deutlich jüngere Schwester hat wenn es um die Erziehung seiner Tochter geht, macht er ständig sein eigenes Ding und als sie schwanger wird, schmeißt er sie raus und unterstellt ihr auch noch, dass sie absichtlich schwanger geworden wäre um ihn in eine Fall zu locken. Mein letzter Kenntnisstand ist zwar, dass man zwei braucht um schwanger zu werden, aber offenbar ist das in Sams Welt anders. Er kann offenbar keine Verantwortung für seine eigenen Handlungen übernehmen. Hinzu kommt sein Verhalten seiner Tochter gegenüber. Sie wird von ihrer Mutter immer verleumdet und dann auch noch rausgeschmissen, weil der Mann, den sie heiraten möchte nicht einmal weiß, dass Kelly existiert. Deshalb muss ihre Tochter nun auf die andere Seite des Landes ziehen, wo sie niemanden kennt, keine Freunde hat, eine neue Schule besuchen muss und auch noch zu einem Dad ziehen muss, den sie überhaupt nicht kennt und der noch dazu ganz andere Regeln aufstellt als ihre Mutter. Wie soll ein verwirrtes, ungeliebtes Mädchen von 12 Jahren mit solchen Veränderungen klarkommen, wenn der eigene Dad sich auch noch wie ein Riesenarschloch aufführt und wieso sollte sie nicht befürchten, dass er sie rausschmeißt sobald er keine Lust mehr auf sie hat. Aber statt Verständnis für dieses verängstige Kind zu haben, benimmt er sich total unreif, gibt seiner Tochter die Schuld an ihrer Existenz, ist genervt jetzt Vater sein zu müssen und zeigt das seiner Tochter auch noch und versucht sich überhaupt nicht in sie hineinzufühlen. Ich glaube, ich habe selten einen so furchtbaren Charakter in einem Liebesroman zum Protagonisten gehabt.

Die Tochter benimmt sich zwar auch nicht so toll, aber man kann ihre Beweggründe verstehen, und da sie ja auch noch ein Kind ist, man ihre Beziehung zu ihrer Rabenmutter kennt und weiß wie ihr Vater auf sie reagiert hat, hat man viel Verständnis für das junge Mädchen.

Die Handlung selbst war jetzt auch nicht sonderlich innovativ und hat von den Motiven her an einigen Stellen an den ersten Band erinnert. Hinzu kam, dass die Marcelli-Familie sich in diesem Band fast noch unmöglicher aufgeführt hat als im ersten Band. Sie verhalten sich komplett respektlos der Enkelgeneration gegenüber, was nur konsequent ist, wenn man bedenkt, dass wir erfahren, dass sie sich genauso auch ihren eigenen Kindern gegenüber verhalten haben. Ich begreife einfach nicht warum sich die gesamte Familie das gefallen lässt.

Insgesamt kamen hier einige Motive wieder, die ich inzwischen bereits aus anderen Mallery-Romanen kenne und die hier nur in Variation vorkommen. Ich mochte den zweiten Band der Marcelli-Trilogie Eine Marcelli geht aufs Ganze von Susan Mallery überhaupt nicht und ich hätte ihn wohl abgebrochen (und war mehrfach kurz davor), wenn mir der erste Band nicht so gut gefallen hätte. Ich bin nun wirklich am Überlegen, ob ich den dritten Band der Reihe noch lesen möchte, denn noch so einen Band wie diesen hier halte ich nicht aus, aber ich habe ja immer noch die leise Hoffnung, dass sich die Familie Marcelli noch zum Besseren wendet und der dritten Band damit was diesen Aspekt betrifft erträglicher wird.

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