Zehn Gäste und ein Mord von H. Schlüter

Rezension: Zehn Gäste und ein Mord von Hauke Schlüter

Zehn Gäste und ein Mord von Hauke Schlüter ist der erste Band der Mehlos und Santow-Reihe. Es handelt sich dabei um eine Krimi-Reihe, die in England spielt und mit Elementen des klassischen englischen Kriminalromans arbeitet.

Das Detektiv-Duo, die eigentlich keine wirklichen Detektive sind, sich aber im Laufe ihres ersten Falles zu solchen entwickeln, mochte ich sehr gerne. Mehlos hat zwar ein paar Ecken und Kanten, aber er ist alles in allem recht sympathisch und kümmert sich um Santow. Die Gerechtigkeit für einen ermordeten Freund herbeizuführen ist ihm so wichtig, dass er einigen Menschen auf dem Landsitz auf die Füße tritt und obwohl seine Familie wohlhabend ist, ruht er sich nicht auf seinem Reichtum aus, sondern arbeitet für sein Geld. Mehlos erinnert insgesamt an Sherlock Holmes, während Santow natürlich an Dr. Watson erinnert.

Santow hat mir ebenfalls gut gefallen, obwohl ich mir noch mehr Innensichten von ihr gewünscht hätte. Diese kommen aufgrund der Tatsache, dass sie nicht wahnsinnig viel mit Mehlos, abgesehen von den Erkenntnissen zum Fall und dem Auftrag als Kommunikationsberater, kommuniziert. Ich fand auch die Idee eine stumme und taube Detektivin zu haben, die Lippenlesen und mit ihrem Partner per Gebärdensprache sprechen kann, super spannend. Insgesamt waren mir die beiden total sympathisch und ich mochte auch die aufkommende Romanze, die sich zwischen den beiden andeutet und hoffe wirklich, dass sich daraus noch etwas mehr entwickelt in den nächsten Bänden.

Ich mag solche „klassischen“ englischen Krimis sehr gerne, allerdings sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass Zehn Gäste und ein Mord in der Gegenwart spielt. Da es auf einem alten englischen Landsitz spielt, handelt es sich um einen Whodunit, die ich sehr gerne mag. Hinzu kam aber noch eine Technologienote, die ich grundsätzlich auch immer recht spannend und gerade in dieser Kombination sehr vielversprechend fand. Ich habe sowas noch nie gelesen (einen klassischen englischen Whodunit mit Technologienote) und empfand es auf jeden Fall mal als etwas Neues.

Es gab aber leider auch noch ein paar Sachen, die mich gestört haben: Leider gab es relativ viele Rechtschreibfehler, was mich immer aus dem Lesefluss reißt und gerade bei einem spannenden Krimi besonders störend ist (beispielsweise „erst“ statt „ernst“). Hinzu kamen auf meinem Reader (und ich weiß nicht, ob es an meinem Reader oder am E-Book lag) ein paar Anzeigefehler, bei denen Buchstaben von Wörtern so übereinanderstanden, dass ich die Wörter nicht mehr lesen konnte und mir so ganze Sätze verloren gingen. So etwas sollte eigentlich nicht passieren. Die ganzen Affären und die sehr explizite Sexszene zwischen zwei Figuren hätte ich nun nicht gebraucht, waren aber gut in die Handlung eingebettet (unbeabsichtigtes Wortspiel) und von daher in Ordnung.

Was mir besonders gut gefallen hat, waren die ganzen Anagramme, Wortspiele und Easter Eggs, von denen ich einige entdeckt habe und über die ich mich dann auch sehr erfreut habe. Zwei sehr offensichtliche Anagramme und Wortspiele mit Namen, die mir erst spät aufgefallen sind. Ich bin sicher, dass ich einiges noch gar nicht gefunden habe und bei einem erneuten Lesen noch einiges mehr finden würde. Vor allem würde ich, wenn ich noch einmal einen Krimi der Reihe lese (was ich sehr hoffe!) von Anfang an noch mehr auf solche Hinweise und versteckten Bedeutungen achten. Insofern erinnert der Band auch an die Stableford-Reihe von Rob Reef, der ebenfalls einige Anspielungen auf bekannte Krimireihen und -figuren einbringt.

Insgesamt hat mir das erste Abenteuer von Mehlos und Santow Zehn Gäste und ein Mord von Hauke Schlüter sehr gut gefallen und ich freue mich auf die nächsten Abenteuer und die aufkommende Romanze der beiden Detektive. Für mich war es eine perfekte Mischung aus moderner Technik und einem klassischen englischen Whodunit.

 

 

 

Danke an Netgalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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