Hörbücher ·Verstand und Gefühl von J. Austen

Rezension: Verstand und Gefühl von Jane Austen

Ich habe Verstand und Gefühl von Jane Austen als Hörspiel gehört und werde deshalb auf Inhalt und Medium eingehen.

Auch dieser Roman ist, wie eigentlich alle Romane der Autorin, wieder ein Liebesroman. Dieses Mal finden wieder zwei Paare zueinander. Das mag ich immer ganz gerne, weil es ein paar Verwicklungen ermöglicht, die mit weniger Protagonist:innen einfach nicht möglich wären. Ich kann mir vorstellen, dass für das Hörbuch die Personen auch nochmal auf die wichtigsten zusammengekürzt wurden. So kommen John und Fanny Dashwood nur sehr selten vor. Robert Ferrars kommt, wenn ich mich nicht irre, nur passiv vor. Das liegt natürlich daran, dass man für das Hörspiel, das nur knappe 4 Stunden dauert, massiv kürzen musste.

Elinor ist mir sehr sympathisch gewesen. Sie wirkt rational, leider dafür auch weniger leidenschaftlich und zärtlich dem Mann gegenüber, den sie liebt. Dadurch wirkt sie ein bisschen unterkühlt. Ihre Schwester Marianne gleicht das aus, indem sie sich sehr schnell in einen fremden Mann verliebt und viel Zeit mit ihm verbringt und in der Folge zum Gespött der Gesellschaft wird. Marianne wirkt so sehr gefühlvoll, aber manchmal auch etwas trotzig und unbesonnen, was eher ihre unsympathischeren Seiten sind. Insgesamt wirken die beiden Charaktere aber gerade durch ihre Verschiedenheit und ihre kleineren Unzulänglichkeiten wie echte Menschen und erhalten so eine gewisse Glaubwürdigkeit.

Das Cover ist wunderschön und gefällt mir sehr gut. Da ich das Hörspiel nur digital gehört habe, weiß ich dieses Mal leider nicht, ob es auch ein Booklet gab und was darin gestanden hätte. Das Hörspiel ist natürlich stark gekürzt, wobei man das aber wieder kaum mitbekommt, da alle wichtigen Handlungsstränge im Hörspiel erwähnt werden. Mich hätte vielleicht noch interessiert, welche Beweggründe Lucy bei der Verlobung, der Auflösung der Verlobung und der Heirat mit Robert Ferrars hatte und wie die Familie Ferrars auf diese Heirat und die Heirat von Edward und Elinor reagieren. Aber natürlich muss man bei einer solchen Adaption immer auch Kürzungen vornehmen, sodass der ein oder anderen Hörer:in wahrscheinlich etwas „fehlt“.

Leider kann ich zu den einzelnen Sprecher:innen nicht so viel sagen, allerdings fand ich eigentlich alle Sprecher:innen sehr passend für ihre Rollen. Gleichzeitig fand ich die Stimmen auch so verschieden, dass man sie gut unterscheiden konnte, was ja bei einem Hörspiel besonders wichtig ist. Ich mochte auch die Musik, wie eigentlich bei fast allen Hörspielen dieser Reihe (Zusammenarbeit von hr2 und Der Hörverlag), sehr gerne. Ich finde diese klassische, festliche Musik trägt einen Großteil zur Atmosphäre bei, sodass man fast das Gefühl hat, im Theater zu sein und sich dort auf der Bühne ein Stück anzusehen.

Alles in allem hat mir auch Verstand und Gefühl von Jane Austen sehr gut gefallen. Ich mag an dem Hörspiel nicht nur die Geschichte und die lebendigen Charaktere, die die Autorin geschaffen hat, sondern auch die Musik, die Sprecher:innen und die Theater-Atmosphäre, die dieses Hörspiel erschafft.

 

 

 

Danke an Der Hörverlag für das Hörbuch-Rezensionsexemplar!

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