Verstand und Gefühl von J. Austen

Inhaltsangabe: Verstand und Gefühl von Jane Austen

In dem Roman Verstand und Gefühl von Jane Austen geht es um die Familie Dashwood, die aus den drei Töchtern Elinor, Marianne und Margret und deren Mutter besteht. Mr. Dashwood ist kürzlich gestorben, sodass die Mädchen mit ihrer Mutter aus dem Haus der Familie ausziehen müssen, denn dieses geht in den Besitz ihres Halbbruders John über, der mit seiner Frau und seinem Sohn einzieht. John möchte seinen Schwestern etwas gutes tun, allerdings stimmt seine Frau jedem seiner Vorschläge erst zu, bevor sie sie dann doch wieder ablehnt bzw. ihn so lange davon überzeugt, dass es eine schlechte Idee ist, bis er ihr zustimmt. Deshalb hilft er seinen Schwestern am Ende nicht. Die Dashwood-Mädchen ziehen in ein recht weit entferntes Cottage, wo sie viele neue Menschen kennen lernen. Marianne wird der Hof von einem Mr. Willoughby gemacht, welcher ihr aber nie einen Heiratsantrag macht. Sie rechnet aber fest damit und als er sich mehr und mehr von ihr zurückzieht und sich in der Öffentlichkeit mit einer anderen jungen Frau zeigt, ist sie vor den Kopf gestoßen, schreibt ihm aber weiter. Oberst Brandon zeigt sich als Retter in der Not als sie sich einmal bei einem Spaziergang verletzt, allerdings kann sie mit dem mehr als doppelt so alten Mann nicht wirklich etwas anfangen, denn Marianne ist nun mal in Willoughby verliebt und sie ist so impulsiv und gefühlsgesteuert, dass sie sich von ihren Gefühle nicht abhalten lässt. Elinor ist das Gegenteil ihrer Schwester. Sie leidet an ihrem Liebeskummer im Stillen, denn sie hat sich in den älteren Bruder ihrer Schwägerin verliebt und glaubt, dass er sie auch mag, allerdings trennen sich ihre Wege vorerst mit dem Umzug, außerdem stellt sich heraus, dass er seit einiger Zeit mit einer mittellosen jungen Frau verlobt ist, was sie allerdings bisher geheim hielten. Die junge Frau vertraut sich Elinor an und diese muss nun das brisante Geheimnis dieser Frau wahren und wird zu ihrer Vertrauten, obwohl sie davon sehr verletzt wird. Auch merkt sie, dass die Frau ihn eigentlich nur wegen seines Geldes will. Edward wird von seiner Mutter enterbt und sein jüngerer Bruder, der einen genauso schlechten Charakter wie ihre Schwester und die Mutter hat, wird als Erbe eingesetzt. Lucy bleibt Edward zwar erst einmal treu, trennt sich aber bald als sie seinen jüngeren Bruder heiraten kann, denn damit würde sie sich das Erbe sichern. Edward ist froh als er von seinem Versprechen entbunden wird, denn nun ist er frei um endlich um Elinors Hand anzuhalten, die seinen Heiratsantrag gerne annimmt, auch Marianne wird glücklich nachdem sie lange krank war und um Willoughby getraut hat, denn sie heiratet Oberst Brandon.

Verstand und Gefühl von J. Austen

Rezension: Verstand und Gefühl von Jane Austen

Die Inhaltsangabe zum Roman Verstand und Gefühl von Jane Austen findet ihr oben.

Natürlich sind die Parallelen zwischen den beiden Romanen Verstand und Gefühl und Stolz und Vorurteil von Jane Austen recht augenscheinlich. Ich habe die anderen Romane der Autoren noch nicht gelesen, sodass ich nicht sagen kann, ob man diese auch in anderen ihrer Werke bemerkt, aber in diesen sind sie vorhanden. So haben wir jeweils zwei junge Frauen, die im Vordergrund stehen. In beiden Romanen sind es die beiden ältesten Schwestern, die gut miteinander auskommen, miteinander reisen und ein sehr vertrauliches Verhältnis miteinander haben, auch sind beide Schwestern recht klug und besitzen ein großes Selbstvertrauen.

An diesem Roman gefiel mir so gut, dass man zwei sehr unterschiedliche Frauenfiguren begleiten kann, denn obwohl sie sich manchmal recht ähnlich sind, ist eben der größte Unterschied, dass Elinor sich auf ihren Verstand verlässt, sie hat Gefühle, hält diese aber verborgen unter der Oberfläche und leidet im Stillen und lässt niemandem daran teil haben, vor allem, wenn es Menschen in ihrer Nähe gibt, die sie brauchen. Marianne ist ganz anders. Sie ist unglücklich, und das soll jeder merken. Ihre emotionale Aufgewühltheit schlägt sich sogar in einer körperlichen Erkrankung nieder, die bisweilen recht Ernst zu sein scheint.

Ich finde die Art wie die Ferrars mit ihren Mitmenschen umgehen nicht besonders toll. Sie sind intrigant, gierig und nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Die Ferrars sind Edward, seine Schwester, die mit John Dashwood verheiratet ist, und ihr jüngerer Bruder Robert, außerdem deren Mutter, die sich allesamt den Dashwoods gegenüber nicht besonders freundlich zeigen. In der Geschichte geschieht nicht wirklich viel, auch machen die Charaktere allesamt keine große Entwicklung durch und die, die sich den gängigen moralischen Werten entsprechend verhalten, finden zueinander, werden glücklich und kriegen sogar noch einen Pfarrposten angeboten, sodass sie sich selbst und eine kleine Familie versorgen können.

Alles in allem ist Verstand und Gefühl von Jane Austen ein sehr nettes Werk, das ich gerne weiterempfehle. Die beiden ältesten Dashwood-Mädchen heiraten nicht nach Brieftasche, sondern nach ihrem Herzen, sodass dieser Roman vielleicht durchaus fortschrittlich ist, davon abgesehen, haben mir die Charaktere wirklich gut gefallen, vor allem Elinor und Marianne, sind – so unterschiedlich sie auch sein mögen – wirklich spannende Charaktere, die sich dennoch gut verstehen.