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Kurz gesagt: Die Tote von Rosewood Hall von Annis Bell

Lady Jane lebt mit ihrem Onkel, im Jahr 1860 in England, auf seinem Landgut. Damit Jane nach seinem Tod nicht das Mündel seines egoistischen Sohnes und dessen Frau wird, möchte er sie so schnell wie möglich verheiraten. Jane würde am liebsten nicht heiraten und nach ihren eigenen Regeln leben, aber das geht für eine junge Frau zur damaligen Zeit nicht. Als am Abend des Balles ein misshandeltes, krankes Mädchen im Garten des Anwesens gefunden wird, nimmt sich Jane dieses armen Geschöpfs an und versucht herauszufinden, was dem Kind geschehen ist und wie es heißt. Nach und nach deckt sie Abgründe in der hohen Gesellschaftsschicht auf, die sie nicht für möglich gehalten hätte. Gleichzeitig verlobt sie sich überstürzt mit Captain Wescott, der ihr ein Angebot macht, das sie nicht ablehnen kann. Doch nach und nach merken die beiden, obwohl sie eigentlich kein gemeinsames Leben führen, dass sie sich doch zueinander hingezogen fühlen. Doch Jane bringt sich durch ihre Ermittlungen mehr als einmal in große Gefahr, was Wescott überhaupt nicht gefällt und so geraten die beiden immer mal wieder aneinander…

Ich muss sagen, dass ich Jane wirklich toll finde. Sie hat einen starken, unabhängigen Charakter und gerät deshalb häufiger mal mit verschiedenen Männern, darunter auch ihr eigener, aneinander. Ich fände es gut, wenn sie mehr für sich selbst sorgen könnte, aber das war in der damaligen Zeit auch eher schwierig. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass ihr Ehemann sie nicht immer aus den Schwierigkeiten herausholen müsste. Gerade deshalb mag ich Captain Wescott aber sehr gerne. Er kann mit Janes starkem Charakter umgehen und scheint sie gerade auch dafür zu schätzen. Die beiden sollten mehr miteinander reden, aber das kommt hoffentlich in den nächsten Bänden noch.

Davon abgesehen handelt es sich hier keinesfalls um einen Cosy Krimi, dafür passieren einfach zu viele schlimme Dinge, die Lebensumstände der ärmeren Menschen, der Kinder in Waisenhäusern werden zu wenig geschönt oder zu wenig oberflächlich beschrieben. Ich fand es an der ein oder anderen Stelle wirklich sehr schlimm und kaum auszuhalten.

Die Ermittlungen ziehen sich leider extrem hin, was auch daran liegt, dass Jane alleine nicht richtig gut ermitteln kann, da sie ja auch nicht zu sehr auffallen sollte, außerdem passieren ja auch noch andere Dinge in Janes Leben (der Tod ihres Onkels, ihre Hochzeit, die Probleme mit ihrem Cousin, etc.), sodass die Ermittlungen leider manchmal etwas hinten runterfallen.

Alles in allem mochte ich Die Tote von Rosewood Hall (Teil 1 der Landy Jane-Reihe) von Annies Bell aber sehr gerne. Ich mag die beiden Protagonisten und die Ermittlungen sehr und bin schon total auf den zweiten Band der Reihe gespannt.

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