Vier Frauen und ein Mord von A. Christie

Inhaltsangabe: Vier Frauen und ein Mord von Agatha Christie

Bei Vier Frauen und ein Mord handelt es sich um einen Kriminalroman von Agatha Christie, in dem Ariadne Oliver zum zweiten Mal auftritt und den Fall zusammen mit Hercules Poirot löst. In den nachfolgenden Krimis treten Poirot und Ariadne sehr häufig zusammen auf.

Der Polizist Spence kennt Poirot von früher und so hat er ein dringendes Anliegen zu besprechen: Für den Mord an der älteren Mrs. McGinty wurde deren Untermieter Bentley verhaftet. Und obwohl alle Beweise und Indizien gegen ihn sprechen, und ihm nun sogar der Prozess gemacht werden soll, kann der Polizist das Gefühl nicht beiseite schieben, dass Bentley nicht der Täter ist. Hercules Poirot soll nun ermitteln und die Wahrheit herausfinden. Für einen alten Bekannten macht Poirot das gern, zumal der Fall ihn interessiert und das umso mehr umso länger er sich damit beschäftigt.

Poirot zieht also nach Broadhinny und beginnt dort mit seinen Ermittlungen. Leider machen es ihm die Dorfbewohner nicht gerade einfach, sodass er seine Schwierigkeiten hat, richtig in die Ermittlungen einzusteigen, aber nach und nach kommen einige Details ans Tageslicht: Mrs. McGinty schrieb nie auch nur einen Brief doch auf einmal braucht sie Tinte und es stellt sich heraus, dass sie einer Zeitung auf einen Artikel antworten wollte, da sie von den Fotografien jemanden erkannte.

Bei dem Artikel geht es um vier Frauen, die von einem mordenden Mann irgendwie beeinflusst wurden und teilweise sogar selbst schuldig waren oder gewesen sein könnten. Als Poirot die Fotografien nun im Ort herumzeigt, erkennt Mrs. Upward offenbar jemanden, will aber Poirot nichts sagen, obwohl dieser ihr erklärt, dass ihr Schweigen für sie gefährlich sein kann. Dennoch schweigt sie und wird bald darauf tot aufgefunden. Ihr Sohn ging am gleichen Abend mit Ariadne ins Theater, sodass jeder ins Haus gelangen konnte.

In Broadhinny wohnen drei vom Alter her passende Frauen, die eine der Frauen auf den Fotos sein könnten. Alle drei werden eingeladen, abends zum Hause Mrs. Upwards zu kommen um mit dieser eine Tasse Kaffee zu trinken, so versucht der Täter den Verdacht auf mehrere Personen zu verteilen, da er davon ausgeht, dass jemand die drei Frauen schon sehen wird und somit diese verdächtigt werden.

Am Ende wird Hercules Poirot klar, wer der Mörder sein muss, und er ruft alle Verdächtigen zur finalen Show…

Vier Frauen und ein Mord von A. Christie

Rezension: Vier Frauen und ein Mord von Agatha Christie

In dem Krimi Vier Frauen und ein Mord von Agatha Christie erwartet man eine kollaborative Arbeit von Hercules Poirot und Ariadne Oliver, da er ja in diesem Band auch noch mit anderen Frauen zusammenarbeitet. Diese Zusammenarbeit erfolgt in weiten Teilen nicht, was total mit den Erwartungen des Lesers bricht. Das kann auf der einen Seite gut und auf der anderen schlecht sein, aber wenn ich eine Gemeinschaftsermittlung erwarte und diese dann nicht bekomme, finde ich das sehr schade.

Was ich sehr interessant finde ist die Idee mit dem Zeitungsartikel. Dieser Artikel ist unglaublich zentral, weil deswegen Mrs. McGinty einen Brief schreibt und weil deswegen der Mörder in die Enge getrieben wurde, weil er Angst hatte, wiedererkannt zu werden. Würde es diesen Zeitungsartikel nicht geben, wäre alles grundsätzlich anders gekommen.

Ariadne Oliver ist einer sehr anstrengende Person, die noch dazu irgendwie an den Ermittlungen beteiligt sein will, aber auf der anderen Seite eigentlich keine Zeit hat, weil sie eigentlich Autorin ist und mit dem Bühnenautor Robin Upward über ihr Stück sprechen soll, da dieser es zum Theaterstück umschreiben soll. Auf der anderen Seite ist Ariadne Oliver sehr unkonventionell. Sie ist etwas lauter, sagt ihre Meinung, selbstbewusst, aber kein Strich in der Landschaft, sondern eine etwas kräftigere Dame. Diese Beschreibung macht Ariadne relativ sympathisch. Bentley, der angebliche Mörder hingegen wirkt einfach unsympathisch. Natürlich ist das kein Grund, jemanden wegen Mordes anzuklagen und zu verurteilen, aber er macht es den Menschen auch ziemlich leicht. Er ist keine besonders freundliche Gestalt, kümmerte sich aber hingebungsvoll um seine inzwischen verstorbene Mutter. Beispielsweise hat er sich auch kein Wort von dem gemerkt, was Mrs. McGinty über den Zeitungsartikel zu ihm sagte und er scheint es auch für zu anstrengend zu halten, sich daran zu erinnern. Wie Christie hier mit den Charakteren spielt, fand ich einfach unglaublich. Das hat mir sehr gut gefallen.

Insgesamt hat mir Vier Frauen und ein Mord von Agatha Christie also ganz okay gefallen. Was mich wirklich gestört hat, war, dass ich erwartet hatte, dass Ariadne und Hercules noch viel mehr zusammen ermitteln und das zumindest dieses Mal noch ziemlich auf der Strecke blieb.