Vier Frauen und ein Mord von A. Christie

Rezension: Vier Frauen und ein Mord von Agatha Christie

In dem Krimi Vier Frauen und ein Mord von Agatha Christie erwartet man eine kollaborative Arbeit von Hercules Poirot und Ariadne Oliver, da er ja in diesem Band auch noch mit anderen Frauen zusammenarbeitet. Diese Zusammenarbeit erfolgt in weiten Teilen nicht, was total mit den Erwartungen des Lesers bricht. Das kann auf der einen Seite gut und auf der anderen schlecht sein, aber wenn ich eine Gemeinschaftsermittlung erwarte und diese dann nicht bekomme, finde ich das sehr schade.

Was ich sehr interessant finde ist die Idee mit dem Zeitungsartikel. Dieser Artikel ist unglaublich zentral, weil deswegen Mrs. McGinty einen Brief schreibt und weil deswegen der Mörder in die Enge getrieben wurde, weil er Angst hatte, wiedererkannt zu werden. Würde es diesen Zeitungsartikel nicht geben, wäre alles grundsätzlich anders gekommen.

Ariadne Oliver ist einer sehr anstrengende Person, die noch dazu irgendwie an den Ermittlungen beteiligt sein will, aber auf der anderen Seite eigentlich keine Zeit hat, weil sie eigentlich Autorin ist und mit dem Bühnenautor Robin Upward über ihr Stück sprechen soll, da dieser es zum Theaterstück umschreiben soll. Auf der anderen Seite ist Ariadne Oliver sehr unkonventionell. Sie ist etwas lauter, sagt ihre Meinung, selbstbewusst, aber kein Strich in der Landschaft, sondern eine etwas kräftigere Dame. Diese Beschreibung macht Ariadne relativ sympathisch. Bentley, der angebliche Mörder hingegen wirkt einfach unsympathisch. Natürlich ist das kein Grund, jemanden wegen Mordes anzuklagen und zu verurteilen, aber er macht es den Menschen auch ziemlich leicht. Er ist keine besonders freundliche Gestalt, kümmerte sich aber hingebungsvoll um seine inzwischen verstorbene Mutter. Beispielsweise hat er sich auch kein Wort von dem gemerkt, was Mrs. McGinty über den Zeitungsartikel zu ihm sagte und er scheint es auch für zu anstrengend zu halten, sich daran zu erinnern. Wie Christie hier mit den Charakteren spielt, fand ich einfach unglaublich. Das hat mir sehr gut gefallen.

Insgesamt hat mir Vier Frauen und ein Mord von Agatha Christie also ganz okay gefallen. Was mich wirklich gestört hat, war, dass ich erwartet hatte, dass Ariadne und Hercules noch viel mehr zusammen ermitteln und das zumindest dieses Mal noch ziemlich auf der Strecke blieb.

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