Miss Marple

Der Dienstagabend-Klub von Agatha Christie

In dieser ersten Miss Marple-Kurzgeschichte geht es um einen Klub, der in Miss Marples Beisein gegründet wird. Der Klub besteht aus Miss Marple, Raymond West (Miss Marples Neffe und Autor), Joyce Lemprière (Künstlerin), Sir Henry Clithering (ehemaliger Polizist), Dr. Pender (ältlicher Geistlicher), Mr. Petherick (Rechtsanwalt). Die Idee hinter dem Klub ist, dass immer einer der Anwesenden von einem mysteriösen Vorkommnis berichtet, das er selbst erlebt hat und von dem er die Lösung kennt. Dann müssen die Anwesenden raten was die richtige Lösung für den vorliegenden Fall ist.

Als erstes erzählt Sir Henry Clithering von einem Fall, den er erst viel später aufgeklärt hat. Ein Mann, dessen Frau, Mr. Und Mrs. Jones, und die Gesellschafterin der Frau, Ms. Clark, werden vergiftet. Der Mann kann es aber nicht gewesen sein, denn er kam erst nachhause als das Essen bereits aufgetragen wurde. Die Köchin ist ein unscheinbares, junges Mädchen, das das Abendessen zubereitet hat. Gladys Linch bereitet zum Abendessen einen Auflauf und Dosenhummer zu, von dem allerdings nichts übrig bleibt und auch die Dosen des Hummers sind weggeworfen, sodass man kein Gift mehr feststellen kann und man geht ohnehin von einer Fischvergiftung aus. Etwa ein Jahr zuvor hatte sich dieser Fall zugetragen. Nun wird von den Anwesenden geraten wie es sich zugetragen haben könnte. Man tippt auf die Tochter des Arztes, der gerufen wurde, weil diese eine Affäre mit dem Mann gehabt haben sollte. Oder man glaubt, dass es die Gesellschafterin war, aber Miss Marple kennt nicht nur den Mörder, sie kann sogar darlegen wie es dieser gemacht hat und aus welchen Gründen.

Die Idee einer lustigen Gesellschaft, die sich gegenseitig Geschichten erzählt, ist nicht neu. Mehrfach findet sich dieses Motiv in der Literatur so beispielweise im Decameron von Boccaccio, in welchem die Menschen sich gegenseitig Geschichten erzählen und auch von E.T.A. Hoffmann und seinen Serapionsbrüdern ist dieses Motiv bekannt. Die Serapionsbrüder setzen sich zusammen und erzählen sich abwechselnd Geschichten, die sie geschrieben haben. So scheint das auch hier zu funktionieren und das gefällt mir persönlich sehr gut. Was ich hingegen recht schwierig fand, war, dass die englischen Namen für mich zumindest anfänglich sehr ähnlich klangen und deshalb nur schwierig auseinanderzuhalten waren. Dies ist auch der Grund, warum ich die Namen oben noch mal aufgeführt habe und die jeweiligen Jobs zugeordnet habe. Ich mag es auch, dass Miss Marple immer unterschätzt wird. Miss Marple ist ruhig und alle rechnen nicht mit ihr als Detektivin. Ihre ersten Fälle sind keine richtigen Fälle, sondern nachträglich erzählt, sodass aufgrund ihrer Schlussfolgerungen niemand verhaftet wird. Das zeigt meiner Ansicht nach ziemlich gut ihren Charakter. Miss Marple ist eher zurückhaltend. Sie ist nicht der typische Detektiv, der überall herumschnüffelt, sondern eher ruhiger und lässt sich alle Details erzählen. So kommt sie auf den wahren Täter, oftmals ohne überhaupt das Haus zu verlassen.

Insgesamt ist die erste Kurzgeschichte Der Dienstagsabend-Klub aus der Sammlung von Agatha Christie eine wirklich tolle Geschichte und ein schöner Auftakt.

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