Adventskalender 2018 ·Das doppelte Lottchen von E. Kästner

Rezension: Das doppelte Lottchen von Erich Kästner

Die Inhaltsangabe zum Roman Das doppelte Lottchen von Erich Kästner findet ihr oben.

Erich Kästner versteht es, seinem Erzähler so viel Witz und Erzählvermögen zu geben, dass man beinahe das Gefühl hat, der Erzähler würde vor einem sitzen und einem die Geschichte gerade wirklich von Angesicht zu Angesicht erzählen. Diese Art des Erzählens ist mir bisher nicht häufig untergekommen, sodass ich sie hier wirklich gesondert rühmen möchte.

Die Charaktere von Lotte und Luise sind wirklich herzlich. Beide Zwillinge sind sehr unterschiedlich und haben wenige Gemeinsamkeiten, außer die Eltern und das Aussehen. Was mich wirklich gewundert hat: Wie kommen Eltern auf die Idee ihre Töchter aufzuteilen? Ihnen nichts voneinander zu erzählen? Warum nimmt der Vater eine Tochter, wo er doch mit Familie und Kindern wenig anzufangen weiß? Wieso wollen die Eltern nicht wissen, wie es den Kindern geht? Wäre eine der Mädchen schwer verletzt oder schlimm krank, der andere Elternteil hätte es gar nicht mitbekommen, weil man keinen Kontakt mehr miteinander hat. All diese Aspekte sind nahezu nicht berücksichtigt und das fand ich persönlich recht schade, weil es mir so ein bisschen den realistischen Aspekt genommen hat. Es wirkt einfach unrealistisch – mal von dem Zufall, dass sich zwei Zwillinge zufällig in einem Ferienlager treffen, nachdem sie zuvor Jahre lang nichts voneinander geahnt haben.

Von diesen wenig glaubhaften Teilen der Geschichte einmal abgesehen, hat mir der Roman Das doppelte Lottchen von Erich Kästner recht gut gefallen. Kästner hat eine Leichtigkeit in seinem Schreibstil, die ich nur empfehlen kann, allerdings fehlte mir hier die pädagogische Note ein bisschen, aber das tut dem Lesevergnügen – ob für jung oder alt – keinen Abbruch.

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