Die Landkarte der Liebe von L. Clarke

Rezension: Die Landkarte der Liebe von Lucy Clarke

Die Landkarte der Liebe so heißt der Debütroman von Lucy Clarke. Dieser Roman behandelt so viele Themen, das man sie gar nicht alle aufzählen und besprechen kann, versuchen will ich es dennoch. Zum einen ist da das Selbstmordthema: Mia scheint am Anfang des Romans Selbstmord begangen zu haben und so enthüllt die Autorin bzw. die Erzählerin immer mehr von der unglücklichen Hauptperson. Mia weiß von Anfang an nicht wer sie ist, sie ist rastlos und weiß nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte (wie man so schön sagt). Als sie auf Weltreise geht, erfährt sie immer mehr von sich. Sie verliert ihren Vater, weil er nicht ihr Vater ist und sie verliert somit auch ihre Schwester, weil sie nur noch Halbschwestern sind. Auch ihren besten Freund, Finn, verliert sie als er ihr sagt, dass er in sie verliebt ist. Die Erzählerin skizziert also das Bild einer verwirrten jungen Frau, bei der nicht eine Ursache zum Selbstmord geführt hat, sondern viele Dinge zusammenkamen bis sie sich so weit getrieben fühlte, um Selbstmord zu begehen. Dass es am Ende doch nicht alles so war, wie man das als Leser zu Anfang dachte, spielt dabei erst einmal eine untergeordnete Rolle.

Daraus ergibt sich auch der zweite Themenkomplex. Die Reise zu uns selbst: Sowohl Katie als auch Mia versuchen sich selbst zu finden. Mia hat nichts in England und verliert auf der Reise immer mehr bis sie beginnen kann, sich selbst wiederzufinden. Anscheinend muss ein Mensch erst einmal alles verlieren, bevor er beginnen kann sich etwas Neues aufzubauen. Auch Katie verliert auf ihrer Reise viel. Als sie in England losfliegt hat sie einen Verlobten, einen Job und viele Freunde und Kollegen. Nur eine Familie hat sie nicht mehr, denn ihr Vater hat sich vor vielen Jahren aus dem Staub gemacht, ihre Mutter ist kürzlich gestorben und vom Tod ihrer Schwester hat sie erst einige Tage zuvor erfahren. Ihren Job gibt sie erst einmal auf als sie auf ihre Weltreise geht, auf der sie auch ihren Verlobten verliert. Sie hat zwar noch einige Freunde, aber diese können auf ihrer Reise auch nicht wirklich bei ihr sein und so hat sie auch keine richtige Heimat mehr (genau wie Mia). Erst nach und nach begreift Katie wer sie eigentlich ist und was sie alles mit ihrer Schwester verbindet. Die Differenzen der letzten Jahre werden immer unwichtiger bis sich Katie an die schönen Kindertage zurückerinnert und merkt, was sie mit ihrer Schwester alles gemeinsam hat.

Der Reiseroman: Lucy Clarke schildert sehr eindrucksvoll die verschiedenen Länder, die ihre beiden Protagonistinnen bereisen. Aufgrund des Umfangs des Romans und der Fülle an Ländern und Eindrücken geschieht das an manchen Stellen ein bisschen oberflächlich und vielleicht ist auch der Inhalt des Romans viel zu wichtig, als das man sich lange mit Landes- und Landschaftsbeschreibungen aufhalten kann, aber dennoch packte mich das Fernweh als ich diesen wirklich tollen Roman der Autoren las.

Ich kann jedem, der Lucy Clarkes Die Landkarte der Liebe noch nicht gelesen hat, diesen Lesegenuss wirklich nur empfehlen. Für mich gehört der Debütroman dieser Autorin ab jetzt zu meinen neuen Lieblingsromane und ich könnte mir vorstellen, dass es vielen anderen ebenso geht.

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