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Iphigenie im Lande der Taurer von Euripides

In dem Drama Iphigenie im Lande der Taurer von Euripides geht es um Agamemnons Tochter Iphigenie. Außerdem geht es um Orestes, ihren Bruder, um Pylades, den Chor griechischer Frauen, ein Rinderhirt, Thoas (König der Taurer), ein Bote aus dem Gefolge des Thoas, Pallas Athene, Tempeldiener und -dienerinnen und das Gefolge des Thoas. Die Handlung spielt im Lande der Taurer. Iphigenie wird von ihrem Vater nach Tauris geschickt, um dort als Tempeldienerin zu arbeiten. Sie soll Fremde im Tempel für die Opferung vorbereiten. Eines Tages erscheinen Orestes und Pylades und ihr kommen diese beiden Fremdlinge bekannt vor. Sie fragt sie nach ihren Namen und findet heraus, dass es sich bei ihnen um ihren Bruder und dessen Freund handelt. Orestes erkennt seine Schwester nicht wieder auch weil er sie für tot hält, aber als sie sich zu erkennen gibt, erzählt Orestes von dem Auftrag mit dem er gekommen ist: Das Tempelbild zurück nachhause bringen. Mit einer Liste gelingt es Iphigenie nicht nur das Tempelbild, sondern auch ihren Bruder und dessen Freund in Sicherheit zu bringen und mit ihnen zu fliehen, doch der Wind und das Meer stellen sich gegen sie. Da erscheint dem König von Tauris Thoas die Göttin Athene, die ihm ihre Wünsche mitteilt und denen er sich natürlich, weil Athene eben eine Götting ist, fügt.

Iphigenie im Lande der Taurer und Iphigenie in Tauris/bei den Taurern scheinen verschiedene Übersetzungen des gleichen Stückes zu sein. Ich persönlich lese die Übersetzung von Dietrich Ebener, die ich persönlich auch sehr zugänglich finde, wobei ich nichts dazu sagen kann wie gut die Übersetzung ist. Auch die Iphigenie lässt sich gut weg lesen und gehört auf jeden Fall auch zu jenen Stücken, die man mal gelesen haben sollte, vor allem wenn man sich für Literatur interessiert. Wenn man sich die großen Meister der deutschen Literatur ansieht, findet man dort öfter Stoffe, die Euripides, Aischylos oder Sophokles schon verwendeten und so ist es auch bei diesem Stück. Vielleicht kennt ihr bereits Iphigenie auf Tauris von Johann Wolfgang von Goethe? Ich jedenfalls habe das Stück vor einiger Zeit gelesen und deshalb war ich natürlich noch beeindruckter als ich nun diese Vorlage in die Hände bekam. Wer aber eines der beiden Stücke kennt, der braucht nicht auf Überraschungen zu hoffen, denn im Prinzip ähneln sich die Stücke ziemlich. Ich überlegte gerade, wo der Unterschied zwischen einer Adaption und einer Übersetzung ist, denn natürlich eine Übersetzung ist eine Überführung in eine andere Sprache und eine Adaption eine Aufarbeitung in gegebenenfalls anderer Sprache. Aber es gibt mit Sicherheit auch Zwischenmodelle und so fragte ich mich eben, ob das von Goethe schon eine Adaption oder noch eine Übersetzung ist. Da ich mich aber leider nicht mehr so detailliert an das Drama von Goethe erinnere, weiß ich nicht, ob es eine Übersetzung oder eine Adaption ist.

Ansonsten ist die Iphigenie eben eine Wiedererkennungsgeschichte. Iphigenie, die schon seit Jahren in der Fremde lebt, hat das Gefühl ihren Bruder wiederzuerkennen und offenbart sich ihm, als sie ihn schließlich wiederkennt, indem sie ihn bittet eine Botschaft von ihr an die Heimat zu übermitteln. Wobei ich sagen muss, dass diese Wiedererkennung in der Übersetzung, die ich gelesen habe, nicht so gut rauskam, fand ich sie doch recht eindrucksvoll. Natürlich ist es dafür ganz gut, wenn man die ungefähre Geschichte kennt, was, glaube ich, bei diesen antiken Tragödien an sich ganz gut ist, denn oft passiert über Seiten hinweg nicht besonders viel und man fragt sich, wie man mit so wenig Handlung so viele Seiten füllen kann, und dennoch geschieht Handlung, die sehr subtil versteckt ist, und die man nicht verpassen sollte. Dafür ist es natürlich dann ganz gut, wenn man die Handlung und die handelnden Figuren ein wenig kennt.

Grundsätzlich ist es die Iphigenie im Lande der Taurer von Euripides auf jeden Fall wert, mal gelesen zu werden und jedem Literaturinteressierten kann ich eine Lektüre dieser Tragödie nur wärmstens ans Herz legen.

Ein Gedanke zu „Iphigenie im Lande der Taurer von Euripides

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