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Rezension: Zarengold von Michael Kibler

Auch der zweite Kriminalroman in der Horndeich-Hesgart-Reihe Zarengold von Michael Kibler wartet mit einer zweiten spannenden Geschichte auf. Horndeich ist mit seiner Anna gerade im Urlaub und so scheinen die beiden eine ziemlich feste Beziehung zu führen, dennoch gibt es auch bei den beiden einige kleinere Schwierigkeiten, denn Anna ist genervt davon, dass Steffen nicht so viel mit ihr unterwegs sein möchte, und gleichzeitig vermisst sie ihn auch, wenn er unterwegs ist. Margot und Rainer scheinen eigentlich glücklich zu sein doch dann wird ein großes Problem der beiden deutlich: Rainer kann nicht offen und ehrlich mit Margot über seine Gefühle und Probleme sprechen. Er will sie raushalten, aber das funktioniert in einer richtigen Beziehung eben nicht. Manchmal hat man den Eindruck, dass Rainer und auch Margot nur solche schwierigen Charaktere haben, damit der Autor für das Privatleben seiner Kommissare was zu erzählen hat. Das ist jetzt auf keinen Fall böse gemeint, denn schließlich braucht es auch für die Hintergrundgeschichten der Kommissare Handlung.

Auch die Geschichte um den Mord an Mila Gontscharowa war recht interessant, wenngleich ich sie teilweise recht langatmig fand. Das lag vermutlich hauptsächlich daran, dass über Mila noch nicht so viel bekannt ist und dass der zweite Todesfall eigentlich schon der an Mila ist. Oft hat man in solchen Krimis ja ein zweites oder sogar drittes Mordopfer, damit die Kommissare nicht die ganze Zeit auf der Stelle treten und neue Informationen ans Tageslicht kommen und natürlich auch dafür, dass der Leser sich nicht langweilt. Diese Möglichkeit gibt es hier nicht, weil der erste Mord einfach so früh geschieht, dass er nur noch in einer Rückblende beschrieben wird. Das führt dann natürlich direkt dazu, dass der zweite Mord sehr weit ausgeweitet wird und auf die Dauer recht langweilig wird. Vor allem da man das Gefühl hat, dass die Ermittler keine wirklich Ermittlungserfolge einfahren können. Man findet hier mal einen Hinweis und dort mal einen Tatverdächtigen, aber so richtig kommt man nicht weiter. Das hat natürlich auch den Vorteil, dass man relativ lange braucht als Leser bis man einen Verdacht hat, wer der Mörder sein könnte.

Besonders gut hat mir auch hier wieder die Beschreibung der Stadt gefallen. Ich finde die Katakomben, die eigentlich keine Katakomben, sondern Bierkühlkeller waren, ziemlich spannend und die Beschreibungen des Autors verleihen selbst dem Leser, der sich nicht so genau mit diesen Kellern auskennt – was wohl viele sein werden, darunter auch ich, wenngleich ich von den Katakomben schon einmal gehört habe – ein eigenes Leben. Die Kühlkeller spielen in der Darmstädter Stadtgeschichte eine entscheidende Rolle, und auch die Geschichte um die Russische Kapelle auf der Mathildenhöhe und die Geschichte um die Großherzogenfamilie diesen Kriminalroman noch einmal aufwerten.

Insgesamt kann ich Zarengold von Michael Kibler vor allem aus stadtgeschichtlicher Perspektive weiterempfehlen, wobei die Geschichte um die Kommissare herum eher schwach ausfällt, aber die Auflösung des Falles hat vieles wieder gut gemacht.

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