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Rezension: The Content Machine von Michael Bhaskar

Michael Bhaskar versucht in der Einleitung erst einmal seinen Standpunkt klarzumachen, was sehr hilfreich ist, wenn man sich vorher noch nie mit den Problemen von Verlegern auseinandergesetzt hat. Darüber hinaus ist es auch hilfreich, weil man erst durch die Zusammenstellung von verschiedenen Meinungen das breite Spektrum was a) ein Verleger alles tut und b) was ihre Selbstwahrnehmung ist besser versteht.

Der Aufbau danach wirkt, wie ihr vielleicht an meiner Inhaltsangabe gemerkt habt, auf den ersten Blick erst einmal sehr übersichtlich und logisch geordnet, aber auf den zweiten Blick hatte ich beim Lesen immer wieder den Eindruck, dass Bhaskar selbst abschweift. Manchmal fragte ich mich, was das denn jetzt eigentlich mit der Sache zu tun hatte und habe einfach den Punkt nicht verstanden. Daran kann natürlich auch die englische Sprache Schuld gewesen sein, weil ich den Text ehrlich gesagt nicht besonders verständlich fand. Okay, es war ein englisches Fachbuch und eine Materie, mit der ich mich vorher kaum auseinandergesetzt hatte und viele der Ideen und Ansätze gar nicht kannte, aber auch, dass Bhaskar mit mindestens 2 Dutzend verschiedenen Theoretikern von Genette bis hin zu Latour, Goffman oder Bourdieu um sich schmiss erleichterte das Verständnis nicht gerade.

Was mir aber im Gegensatz dazu eigentlich recht gut gefallen hat, war, dass ich so viele Namen kannte; wenn ich sie auch nur schon mal irgendwo gehört hatte. Das ändert aber natürlich nichts an der Tatsache, dass ich mich nicht gut genug in sämtlichen Theorien auskenne um direkt zu verstehen, was Bhaskar meinte. Die Idee viele Philosophen, Soziologen, etc. heranzuziehen, um eine Idee/Theorie für ein praktisches Betätigungsfeld aufzubauen, fand ich toll.

Im Grund macht Bhaskar aber nichts grundlegend Neues. Viele seiner Ideen sind schon mal irgendwo erwähnt worden, er ordnet sie nur neu, interpretiert sie anders, überträgt sie auf das Verlegen von Büchern und macht daraus ein großes Netzwerk an Kausalbeziehungen.

Insgesamt kann man The Content Machine von Michael Bhaskar auf jeden Fall mal lesen, wenn man sich für die Prozesse hinter dem Verlegen von Büchern interessiert, und dafür eine theoretische Grundlage sucht.

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