Das Los der Drei von A. Carter

Rezension: Blackcoat Rebellion – Das Los der Drei von Aimée Carter

Der erste Teil der Blackcoat Rebellion-Trilogie erklärt wie die Welt von Aimée Carter funktioniert. Wir erfahren, dass Kitty in einem ziemlich dystopischen System lebt und dass es sich zwar um eine zukünftige Welt handelt, aber die Technik spielt eine eher untergeordnete Rolle.

Die Technik ist etwas weiter als heute, denn es gibt neuartige Fortbewegungsmittel, die aussehen wie Plattformen, von denen bei der Jagd geschossen wird, außerdem gibt es kleinere, leichtere und zerbrechlicher wirkende Handys und die Chirurgie ist noch ein gutes Stück weiter, schließlich ist es möglich, dass Kitty innerhalb von zwei Wochen massiv verändert wird, sodass sie aussieht wie Lila. Sie bekommt eine andere Figur, ihre Haare werden verändert, ihr Gesicht und sie wird größer gemacht. Einzig die Augen eines Menschen können nicht verändert werden, weshalb es notwendig ist, Kitty für die Maskierung zu verwenden, da sie Lilas Augen hat.

Das System funktioniert deutlich anders als das heutige System in den USA: Ein Jugendlicher muss mit 17 Jahren einen Test machen. Diese eine Prüfung entscheidet darüber, welchen Rang du bekommst und somit wird dein komplettes weiteres Leben bestimmt. Die Idee ist an sich ja nicht schlecht, so behauptet auch die Familie Hart, denn jeder kann sein eigenes Schicksal bestimmen und jeder ist selbst dafür verantwortlich wenn er die Prüfung nicht besteht. Erst als Kitty zu Lila wird, merkt sie, was an diesem System alles falsch läuft. Zuvor hat sie als brave Bürgerin daran geglaubt, dass wirklich jeder sein eigenes Schicksal in der Hand hat. Nun erkennt sie, dass die höheren Klassen teilweise gar keine Prüfung machen, da man ja nicht zulassen kann, dass jemand von der Familie Hart nicht den höchsten Rang erreicht. Der Rang der Sieben wird also vererbt und nicht durch Prüfung entschieden, außerdem können Eltern der höheren Ränge Nachhilfelehrer für ihre Kinder kaufen, sodass diese eine deutlich bessere Vorbereitung auf die Prüfung erhalten und somit nicht jeder die gleichen Chancen hat. Hier wird natürlich eine sehr große Gesellschaftskritik deutlich: Beim Lesen aber auch vor allem jetzt beim Schreiben kamen mir doch einige Elemente dieses neuen Systems aus den USA bekannt vor. Dort gibt es ja auch diese Vom Tellerwäscher zum Millionär und jeder hat sein eigenes Glück in der Hand-Ideen. Erst wenn man genauer hinsieht, merkt man, dass die Reichen natürlich doch einen Vorteil gegenüber den Mittellosen haben und dass es zwar die Ausnahme gibt, die es wirklich schafft voranzukommen, dass das aber immer Ausnahmen bleiben (das wäre im Roman wohl Benjy, da er sehr klug ist und die Prüfung deshalb mit Bestleistungen besteht).

Darüber hinaus gibt es auch noch jede Menge Intrigen in der Familie Hart. Diese haben schon lange bevor Kitty zu Lila wurde etliche Intrigen gesponnen. Daxton hat als Lila noch ein kleines Mädchen war, dafür gesorgt, dass ihr Vater hingerichtet wird und er hat die kleine Lila und Celia, dazu gezwungen bei der Exekution dabei zu sein. Außerdem sind bei Anschlägen Daxtons Frau und sein ältester Sohn gestorben und Celia weiß gar nicht genau, was damals eigentlich passiert ist. Greyson ahnt weitere Geheimnisse der Familie, auf die ich hier aber nicht weiter eingehen möchte. Es ist nur so, dass wenn man gerade das Gefühl hat, dass sich nun alles aufgeklärt hat und dass die Intrigen endlich aufhören können, dann kommt wieder jemand und spinnt eine neue Intrige, was die Handlung sehr verworren macht, was man angesichts der geringen Anzahl an handelnden Personen eigentlich gar nicht möglich scheint. Mich hat diese Dystopie ein bisschen an eine Mischung aus A Game of Thrones (was ich nicht gelesen habe, muss ich zugeben) und Die Tribute von Panem erinnert. Aber ich glaube, man versucht so neue Reihen immer bei sehr bekannten Reihen zu verorten und schreibt dann, dass es eine Mischung aus X und Y ist und viele andere werden das komplett anders sehen. Das liegt bestimmt auch mit daran, dass viele der in Blackcoat Rebellion verwendeten Elemente auch in anderen Reihen vorkommen und einfach sehr Dystopie typisch sind.

Insgesamt muss ich aber sagen war ich vom ersten Band Das Los der Drei der Blackcoat Rebellion-Trilogie sehr begeistert. Obwohl es am Anfang etwas langatmig war, hat der Roman bald an Fahrt aufgenommen und ich bin sehr gespannt wie die Reihe weitergeht und empfehle den ersten Band dementsprechend gerne weiter.

 

 

 

Danke an den Dragonfly Verlag für das Rezensionsexemplar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.