Sherlock Holmes Kurzgeschichten

Der Daumen des Ingenieurs von Sir Arthur Conan Doyle

In der Kurzgeschichte Der Daumen des Ingenieurs von Sir Arthur Conan Doyle geht es um einen Ingenieur, der schwerverletzt in Dr. Watsons Praxis kommt. Dr. Watson versorgt ihn und verweist ihn an seinen Freund und „Kollegen“ im Detektivjob Sherlock Holmes. Dieser soll für den Ingenieur die mysteriösen Umstände seines letzten Jobs und damit zusammenhängend auf den Verlust seines Daumens untersuchen. Holmes kommt sehr schnell dahinter, dass der junge noch ein wenig unerfahrene Ingenieur dem Lockruf des Geldes folgte. Er wurde angeheuert, eine Maschine zu reparieren. Man behauptet die Maschine sei dort zur Beförderung von harmlosem, aber recht teuren Zeug. Um die Beförderung von diesem Material geheim zu halten, soll der Ingenieur gut entlohnt werden und den Standort des Materials und der Maschine geheim halten. Er macht sich also auf den Weg zu seinem Auftraggeber und trifft dort auf zwei seltsame Männer und eine junge Frau, die ihn warnt, dass er verschwinden soll. Der Ingenieur denkt gar nicht daran, denn er wird für den Auftrag ja gut bezahlt. Als er die Maschine repariert hat, wird er bedroht und soll beinahe zerquetscht werden, allerdings schafft er es mithilfe der jungen Frau zu fliehen, verliert dabei aber seinen Daumen. Im Garten wird er ohnmächtig, als er wieder zu sich kommt, befindet er sich in der Nähe des Bahnhofes. Mit dem nächsten Zug fährt er in die Stadt und wird dort von einem Bahnbeamten an Dr. Watson verwiesen, welcher ihn dann zu Holmes führt. Holmes kann zwar die Rätsel lösen, aber als sie an dem Ort ankommen, stellt sich heraus, dass die Männer und die Frau schon verschwunden sind. Sie haben ihr Haus, von dem aus sie operierten angezündet, denn sie hatten Angst, dass sie dort erwischt werden könnten.

In dieser Kurzgeschichte von Sir Arthur Conan Doyle weht der Wind oder besser Dr. Watson einen neuen Klienten bei Holmes in die Stube. Dieser erzählt seine Geschichte, kommt aber, wie viele andere zuvor mit einem besonderen Anliegen, denn er weiß nicht genau, wieso ihm passiert ist, was ihm passiert ist. Das Geschehene ist für ihn so unbegreiflich und so nachhaltig erschütternd, dass er Holmes einschaltet, damit dieser für ihn ermittelt. Sherlock Holmes schafft es mithilfe seiner berühmtberüchtigten Spürnase herauszufinden, was genau dem Ingenieur wiederfahren ist, obwohl er nur ein paar Anhaltspunkte von seinem Klienten bekommt. Allerdings sind die drei zu spät dran, denn die Bösewichter sind schon wieder unterwegs um ihre Lager woanders aufzuschlagen. Holmes verkraftet dies wie immer recht gut, aber natürlich ist es schon nicht ganz ideal, dass sich mal wieder Verbrecher der gerechten Strafe entzogen haben. Was mich in diesem Kontext als Leserin immer recht dolle stört ist nicht nur, ob oder ob der Gerechtigkeit nicht genüge getan wurde, sondern auch, warum sich die Gauner so verhalten wie sie sich verhalten. Der eine, der sogar bereit ist den Ingenieur zu töten, der verhält sich wohl so um nicht erwischt zu werden, allerdings ist sein Verhalten einer Ansicht nach unverhältnismäßig. Warum sich allerdings die Frau, die ja anscheinend mit der Praxis Männer in ihr Haus zu locken und sie nach getaner Arbeit zu töten, nicht einverstanden zu sein scheint, immer noch dort ist und die beiden anderen Männer unterstützt, obwohl sie den Ingenieur sogar warnt, verstehe ich nicht, denn man erhält keinerlei Erklärungen dafür und auch warum der Komplize ihr sogar hilft, den Ingenieur in die Nähe des Bahnhofs zu bringen, damit er sich in Sicherheit bringen kann, ist für mich nicht so ganz klar.

Abgesehen davon, dass es die gleiche Geschichte in anderer Verkleidung ist und man keinen Zugang zu den Bösewichtern erhält, ist diese Geschichte aber ganz in Ordnung, auch wenn ich sie aufgrund ihrer Mängel nicht so wirklich gut weiterempfehlen kann.

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