Die Katze, die rückwärts lesen konnte von L. Jackson Braun

Rezension: Die Katze, die rückwärts lesen konnte von Lilian Jackson Braun

Der Kriminalroman Die Katze, die rückwärts lesen konnte von Lilian Jackson Braun ist ein Katzenkrimi aus den 60er Jahren. Er ist der erste Band der etwa 30-bändigen Reihe der Autorin. Wie es häufig bei Reihen ist, sind im ersten Band die Verhältnisse noch nicht final für die Reihe. Koko gehört noch Mountclemens und wird erst im Laufe des Bandes zu Qwillerans Kater. Das ist kein Geheimnis, deshalb erzähle ich es hier. Im Klappentext steht drin, dass Koko der Kater von Qwilleran ist, aber zu Anfang des Krimis ist er es nicht. Man kann sich als Leser also denken, dass es hier noch eine Entwicklung gibt.

Ich muss ja zu meiner Schande gestehen, dass ich bisher noch keinen Katzenkrimi gelesen habe, deshalb weiß ich leider nicht wie prototypisch der Roman für dieses Genres ist, aber ich fand es komisch, dass der Katzendetektiv erst relativ spät aufgetaucht ist, außerdem passiert am Anfang sehr lange nichts. Der erste Mord geschieht erst nach über 80 Seiten (meine Ausgabe hatte etwa 200 Seiten) und so hat man viel Zeit in die Geschichte reinzukommen und das Setting kennenzulernen. Eine ähnliche Vorgehensweise kommt mir von Agatha Christie bekannt vor. Auch dort hatte ich schon Krimis, wo der Detektiv erst nach etlichen Seiten das erste Mal überhaupt erwähnt wurde und wo der Mord erst relativ spät geschehen ist. Natürlich hat man als Leser schon die Möglichkeit die Seiten vor dem Mord als Hinweise zu nutzen, aber da man ja noch nicht weiß, wie der Mord geschieht und man meist auch noch gar nicht weiß wer das Opfer sein wird, finde ich das dann immer recht schwierig. Man liest ja auch einen Krimi, weil man einen Mord erwartet und einen ermittelnden Detektiv in Aktion sehen will, aber das ist nun mal recht schwierig, wenn der Mord erst nach der Hälfte des Romans geschieht.

Hinzu kam, dass der Mord an Mountclemens erst relativ spät geschieht und man als Leser eigentlich die ganze Zeit weiß, dass er jetzt ja auch irgendwann sterben wird. Das war ein bisschen doof, weil man so die Spannung verloren hat, aber das hängt sicherlich damit zusammen, dass es sich hier um einen ersten Band handelt.

Was mich allerdings ein bisschen gestört hat, war der Täter. Man lernt auf den ersten 80 Seiten so viele Menschen aus der Kunstszene kennen und man lernt die ganzen Zusammenhänge, wer mit wem verwandt ist, wer mit wem Geschäfte macht und wer mit wem befreundet ist. Aber umso weiter der Krimi fortschreitet, desto weniger Relevanz haben alle diese Charaktere und auch die Artikel, die Qwilleran schreibt, spielen irgendwann nur noch eine sehr untergeordnete Rolle, obwohl ich überrascht war, wie viele Artikel er teilweise für eine Ausgabe geschrieben hat. Und natürlich muss der Journalist weiter ermitteln und findet dabei immer neue Hinweise, aber für mich haben alle Hinweise und Aussagen auf einen Täter hingedeutet, aber stattdessen war es jemand anders… und dazu werde ich jetzt nicht mehr mehr schreiben.

Alles in allem haben mich einige Details an bereits bekannte Detektive erinnert: Qwilleran raucht Pfeife und erinnerte mich vor allem in einer Szene sehr stark an Sherlock Holmes. Auch Motive aus Agatha Christie-Krimis kamen für mich in diesem Krimi vor. Dennoch oder gerade deshalb mochte ich den ersten Band der Die Katze, die-Reihe von Lilian Jackson Braun sehr gerne und ich empfehle Die Katze, die rückwärts lesen konnte sehr gerne weiter.

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