Adventskalender 2020 ·Verschollen in der Pyramide von R. Naumann

Rezension: Verschollen in der Pyramide von Rosa Naumann

Das Buch Verschollen in der Pyramide von Rosa Naumann ist ab 10 Jahren und hat etwas über 100 Seiten (je nach dem, ob man auch den Anhang lesen möchte).

Ich persönlich finde den Anhang sehr hilfreich, da neben einer Zeichnung auch noch einige wichtige Fakten aus dem alten Ägypten erklärt werden, sodass man auch ohne großes Hintergrundwissen der Geschichte folgen kann. Solche Anhänge kenne ich auch aus den Büchern von Gabriele Beyerlein und so bin ich sehr froh, so etwas auch hier zu finden, denn ich mag die Bücher von Beyerlein auch deshalb sehr gerne.

Die Geschichte an sich ist recht spannend-krimiartig, beschäftigt sich aber auch mit den Themen Liebe, Freundschaft und Familie. Als Leserin bekommt man einen Einblick in die damaligen Gesellschaftsstrukturen, aber auch darin, wie Familie damals funktioniert hat. Es war wichtig, dass die Kinder schon im Haushalt mitgeholfen haben und als Sethas Vater beispielsweise ins Pyramidendorf zieht, um dort an der Pyramide mitzuarbeiten scheinen seine Kinder auf sich selbst gestellt zu sein. Ich vermute mal, dass Setha die Älteste ist (mit 13 Jahren) und ihr jüngster Bruder, Hatu, gerade erst 3 Jahre alt ist. Natürlich achtet auch das Dorf auf die Kinder, und auch eine befreundete Witwe hat ein Auge auf die Kinder, aber diese sind dennoch die meiste Zeit auf sich gestellt, was diese auch ziemlich gut hinkriegen. Außerdem erfährt man etwas über das Essen der alten Ägypter, deren Häuser, über Kleidung, Transport von Waren, den Tauschhandel und über ihren Glauben und Amulette.

Die Charaktere sind natürlich auch aufgrund der Kürze des Buches alle relativ flach gezeichnet und wie es häufig bei Kinderbüchern ist: Gut und böse ist relativ klar abgegrenzt. Die Protagonisten sind natürlich die Guten, und dann gibt es noch die Bösen, die man daran erkennt, dass sie Menschen einem Gott opfern, was man als Ägypter eigentlich nicht macht, außerdem wollen sie extra ein Kind ermorden, damit sie es opfern können.

Hieraus entspringt auch der große Zufall, der die Geschichte erst möglich macht: Einer der Bösewichte ist der Nachbar von Setha. Weil sie ihn kennt und von Anfang an nicht mag, hält sie sein Verhalten für verdächtig. Da er der Nachbar ist, weiß er, dass Sethas jüngster Bruder häufig rumkränkelt, und dass dieser entsprechend ein leichtes Opfer für den Anschlag wäre, denn niemand wäre überrascht, wenn der Kleine plötzlich sterben würde. Gleichzeitig ist das andere Menschenopfer, das die Bösen noch machen wollen, Sethas Vater, den die Bösen gefangen halten, da dieser sich nach dem Verschwundenen umgesehen hat. Vor einigen Wochen ist einer der Arbeiter in der Pyramide verschwunden. Zufällig ist der Verschwundene ein guter Freund von Mahnud, sodass dieser sich natürlich nach seinem Freund umsieht. Weil er sich umsieht, wird er ebenfalls gefangen genommen und soll nun geopfert werden. Mir waren das einfach zu viele Zufälle, weil das Buch natürlich nur deshalb funktioniert, weil alle Opfer im Umkreis von Sethas Familie zu finden sind und sie die Zusammenhänge sonst auch nicht verstehen würde.

Davon abgesehen hat mir Verschollen in der Pyramide von Rosa Naumann sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf die weiteren Bücher der Autorin, wenngleich diese nicht in einer Reihe erschienen sind, sondern zu verschiedenen Zeiten im alten Ägypten spielen.

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