Adventskalender 2020 ·Mistelzweigzauber von S. Moorcroft

Rezension: Mistelzweigzauber von Sue Moorcroft

Fangen wir mit den beiden Hauptcharakteren Alexia und Ben an. Beide werden von sehr interessanten Fragen umgetrieben. Beispielsweise möchte Ben wissen, was für eine Frau seine Ex-Frau war und er will wissen, was es mit dem Geheimnis seines Bruders und dem Verhalten seiner Eltern auf sich hat. Auch Alexia hat diverse Dinge, die sie beschäftigen: Die Renovierung des Angel, ihre Freundschaft zu Jodie und der neue Job, den sie so gerne angetreten hätten. Diese Dinge sorgen dafür, dass die Beziehung nicht bloß eine zweidimensionale Sache bleibt, weil es außer den beiden Protagonisten nur ein paar andere Figuren gibt, die ab und zu etwas sagen, sondern weil diese Ereignisse in die Beziehung hineintragen, Auswirkungen auf die Gefühle und Gedanken der Figuren haben und sie so viel mehr Tiefe bekommen.

Die Geschichte selbst besteht aus unglaublich vielen Facetten, wie man ja auch an meiner Inhaltsangabe sieht. Alle diese Facetten machen den Roman relativ komplex, aber sie sorgen auch dafür, dass die Spannung erhalten bleibt. Ich hatte an keiner Stelle das Gefühl, dass die Handlung viel zu komplex und somit unverständlich ist. Gleichzeitig zieht sich die Handlung auch nicht, weil es Moorcroft sehr gekonnt hinkriegt ihre Spannungsbögen richtig zu setzen. So kommt beispielsweise schon relativ früh heraus, dass Jodie schwanger ist und deshalb so am Boden zerstört ist, andere Dinge kommen erst ziemlich am Ende heraus, obwohl am Anfang des Romans des Spannungsbogen schon eröffnet wurde. Und dann verteilen sich die Spannungsbögen auch gut beispielsweise Gabes Krankheit oder Carolas Geheimnis. Da diese Sachen erst recht weit in der Mitte oder am Ende passieren, bleibt auch hier die Spannung erhalten.

Auch die Entwicklung der Beziehung zwischen Alexia und Ben hat mir gut gefallen. Am Anfang fallen die beiden mit der Tür ins Haus und verbringen die erste Nacht, die sie sich kennen, direkt miteinander. Doch danach entspinnt sich eine Freundschaft zwischen den beiden, man bekommt als Leser auch häufig den Eindruck, dass die beiden auch ganz normale Gespräche miteinander führen. Natürlich kommt auch die körperliche Komponente nicht zu kurz, aber dennoch steht die Zweisamkeit und die Verbundenheit hier ziemlich im Vordergrund, weil Alexia Ben beispielsweise regelmäßig fragt wie es ihm mit dem Verhalten seiner Familie oder seiner Ex-Frau geht und er fragt sie, wie sie damit umgeht, dass ihr das Jobangebot wieder entzogen wurde. Und da die Handlung des Romans sich auch über drei bis vier Monate erstreckt, haben die beiden auch Gelegenheit sich kennenzulernen. Das wirkt deutlich realistischer als in vielen anderen Romanen des Genres.

Insgesamt hatte ich einen durchweg positiven Eindruck von diesem wunderschönen Liebesroman. Mistelzweigzauber bringt vielleicht wenig weihnachtliche Komponenten mit hinein, aber für mich war er alleine deshalb schon so weihnachtlich, weil sich die Dorfbewohner gegenseitig unterstützen und weil Alexia ihr Versprechen gerne halten würde. Mistelzweigzauber von Sue Moorcroft ist ein wirklich schöner, weihnachtlicher Liebesroman, den ich gerne weiterempfehlen.

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