Adventskalender 2020 ·Bea am anderen Ende der Welt von G. Beyerlein

Rezension: Bea am anderen Ende der Welt von Gabriele Beyerlein

Das Kinderbuch Bea am anderen Ende der Welt von Gabriele Beyerlein beschäftigt sich mit Themen wie Freundschaft, Wegzug in ein anderes Land und damit einhergehend Sensibilisierung dafür, dass es dort andere Gerichte, eine andere Schrift und Sprache und eine andere Gesellschaftsordnung gibt. Aber es geht auch um Geschlechterwahrnehmung und geschlechterspezifische Spiele.

Mir hat es gut gefallen, dass es hier ein Junge und ein Mädchen gut befreundet waren und durch den Wegzug von Bea eine Reflexion der Freundschaft stattgefunden hat. Jan ist sich sehr wohl bewusst, dass er mit Bea anders gespielt hat als mit den Jungs in seiner Klasse. Er hat Angst vor Ausgrenzung wenn bekannt wird, dass er auch mal etwas anderes als Fußball oder Videospiele spielen möchte und verhält sich vor seinen Freunden eben deren Erwartungen entsprechend. Dass Bea und er auch mal nur gelesen oder sich Geschichten ausgedacht haben, würde er niemals erwähnen und dass er mir Bea gut reden und ihr alle Geheimnisse anvertrauen konnte, erzählt er auch niemandem.

Gleichzeitig merkt er aber, dass solche Freundschaft auch mit anderen Jungs möglich sind, denn Tobias denkt und fühlt ähnlich wie er selbst. Es wird aufgezeigt, dass die Themen und Spiele nichts mit dem Geschlecht zu tun haben, sondern aus der Freundschaft und den Charakteren der beiden Befreundeten resultieren.

Besonders schön fand ich auch die einfühlsame Art von Jan, denn er hat die Probleme, die Bea nun in China hat auf Tobias übertragen, denn dieser ist ja gerade in genau der gleichen Situation wie Bea vor ein paar Wochen. Dass ein Jungen in seinem Alter solch eine Weitsicht besitzt, hat mich sehr erstaunt, wenngleich es mich sehr gefreut hat. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht wie alt Jan genau war. Ich schätze mal etwa 10 Jahre alt, denn er ist offenbar schon ein paar Jahre in der Schule und hat auch schon Englischunterricht, aber er findet Mädchen noch nicht wieder gut.

Die Handlung selbst hat jetzt nicht auf irgendeinen Höhepunkt hingearbeitet, sondern hat einfach den Anfang der Freundschaft von Jan und Tobias abgebildet. Ich muss aber sagen, dass ich mir noch weitere Abenteuer der Kinder gewünscht hätte, denn mir gefielen die Charaktere sehr gut, aber ich weiß schon, dass das leider nicht immer geht, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass Bea am Ende wieder zurückkommt und sie und Jan ihre Freundschaft wieder aufnehmen können.

Mir hat es auch gut gefallen, dass sich die Kinder der kulturellen Unterschiede von China und Deutschland bewusst waren. Jan hat sich von Tobias beispielsweise recht viel von China erzählen lassen und davon was man dort so isst und wie dort das Stadtbild aussieht, weil er davon auch schon ein bisschen was von Bea gehört hat.

Alles in allem hat mir Bea am anderen Ende der Welt wirklich gut gefallen und ich empfehle es gerne an interessierte Leser:innen und deren Eltern weiter.

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