Ein unmöglicher Mord von R. Reef

Rezension: Ein unmöglicher Mord von Rob Reef

Ein unmöglicher Mord ist der dritte Teil der Stableford-Reihe von Rob Reef, die allerdings – bisher zumindest – auch einzeln gelesen und verstanden werden können.

Fangen wir mit dem Trick des Mörders an: Ich fand den Trick des Mörders sehr spannend; klar wenn man einmal verstanden hat, wie der Täter vorgegangen ist, hat es nichts geheimnisvolles mehr, aber der Trick passte gut zum Tatort und erst einmal hinter den Trick zu kommen, war gar nicht so einfach, obwohl ich mir etwas in der Art schon dachte. Alles in allem hat dieser aber wirklich gut zur Spannung im Krimi beigetragen.

Die Figuren, Percy, Harriet und John, kannte man ja bereits und so konnte ich mir diese auch gut merken, aber im Haus lebten mir zu viele Bewohner und Besucher. Alleine diejenigen, die dort immer leben, waren schon sieben Personen und wenn man dann noch alle Golfspieler und Verbandsmitglieder mitrechnet, sind es mir einfach zu viele Figuren gewesen. Das wäre an sich auch erst einmal gar nicht schlimm gewesen, denn zu wenig Figuren sorgen schnell dafür, dass es langweilig wird, aber ein Figurenverzeichnis hätte mir an der ein oder anderen Stelle wirklich weitergeholfen. Die Karte des Golfplatzes hat mir beim Verstehen wie der Mord genau stattgefunden hat beziehungsweise warum der Mord so unmöglich erscheint, wirklich geholfen.

Die Anspielungen und Verweise auf andere Werke mochte ich gerne (alleine, dass Stableford John mit Vornamen heißt und sein Watson Holmes heißt, sind ja schon Anspielungen), aber dann noch der Verweis auf Tommy und Tuppence Beresford (Agatha Christie) und der Metahumor, dass sich das Anwesen toll für einen Detektivroman und einen Mord eignen würde, hat mir echt gut gefallen und war sehr witzig. Das Setting hat mir an sich wirklich gut gefallen, aber ich hätte mir noch mehr Zeit in der Bibliothek und im Pfarrhaus gewünscht und auch hier lassen sich Anspielungen auf Werke von Christie erkennen (Mord im Pfarrhaus und Die Tote in der Bibliothek; die Teile 1 und 2 der Miss Marple-Reihe von Agatha Christie). Bestimmt gibt es auch noch die ein oder andere Anspielung, die ich nicht bemerkt habe, aber hier sind wenigstens schon einmal einige genannt und das gefällt mir an Rob Reef wirklich sehr gut.

Ein altes englisches Herrenhaus zum Tatort zu wählen, hat mir natürlich gut gefallen, denn ich mag ja auch solche Whodunits sehr, sehr gerne. Leider bin ich nicht so richtig in die Atmosphäre von Annandale Grange reingekommen; möglicherweise auch, weil die Stablefords selbst ja im Pfarrhaus nebenan übernachtet haben.

Es gibt hier auch das häufig sehr typische Elemente der Befragung, das hier aber schon sehr lange gedauert hat; möglicherweise auch aufgrund der großen Anzahl an Figuren. John, Harriet und Percy sitzen im Drawing Room und lassen einen Zeugen nach dem anderen aufmarschieren, damit sie diese befragen können. Das bringt natürlich sofort jede Menge Hinweise, Alibis, Beziehungen zwischen den Handelnden und anderes hervor, sorgt aber auch für eine gewisse Eintönigkeit. Das Haus selbst spielt im Laufe der Handlung leider kaum eine Rolle und wird erst für die Aufklärung wieder wichtiger.

Die Streitereien zwischen Harriet und John könnten sich schnell auflösen lassen, wenn die beiden mal miteinander sprechen würden. Dafür, dass John so ein begnadeter Detektiv zu sein scheint, merkt er erstaunlich wenig davon, was in seiner Frau so vorgeht. Hier sei als Beispiel ihre Zurückhaltung bezüglich neuer Detektivabenteuer genannt. Auch kann ich mir vorstellen, dass sie nicht so begeistert ist, wenn ihr Mann Detektiv spielt, obwohl sie eigentlich ihre Eltern besuchen und den Geburtstag ihres Vaters vorbereiten sollten. Und er hat seine Frau auch verschwiegen, dass er, da er nun für das War Office arbeitet, auch in Zukunft noch einige Fälle bearbeiten wird.

Insgesamt hat mir der dritte Band der Stableford-Reihe wirklich gut gefallen und ich empfehle Ein unmöglicher Mord von Rob Reef gerne an alle Fans klassischer, englischer Kriminalromane weiter.

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