Der Tod gibt sein Debüt von C. Lloyd

Rezension: Der Tod gibt sein Debüt von Catherine Lloyd

Der Tod gibt sein Debüt ist der zweite Teil der Harrington-Kurland-Reihe, der etwas mehr als ein Jahr später als der erste Teil diesmal hauptsächlich in London spielt.

Lucy ist wirklich ein toller Charakter. Ich hatte das ja in meiner letzten Rezension schon geschrieben, aber ich mag sie wirklich unglaublich gerne und finde man kann sich sehr gut in sie hineinfühlen und ich würde wirklich gerne mal einen Tee mit ihr trinken, weil sie so mutig und klug, aber auch mütterlich und hilfsbereit ist.

Major Kurland ist nicht mehr ganz so knurrig wie noch im ersten Band, weil er inzwischen zumindest wieder gehen kann, wenngleich er dafür noch einen Stock braucht. Er merkt aber immer noch, dass er nicht seine alte Form und männliche Stärke zurück hat, was ihm manchmal wirklich zu schaffen macht. Er verbringt aber viel Zeit mit Lucy Harrington, wodurch viele in der Gesellschaft annehmen, dass er ihr den Hof macht und ihr einen Heiratsantrag machen wird, wodurch sie unattraktiver auf die anderen heiratswilligen Männer wirkt.

Die Beziehung von Lucy und Robert hat sich auf jeden Fall weiterentwickelt, aber ich bin nicht sicher, ob sie sich zum positiven entwickelt hat, denn weder hat Robert vor Lucy einen Antrag zu machen, noch möchte sie ihn heiraten. Obwohl man als Leserin den Eindruck hat, dass zwischen den beiden Gefühle existieren, scheinen sie sich diese nicht eingestehen zu wollen.

Der Fall an sich ist wirklich vertrackt, weil viele wissenschaftliche Erkenntnisse 1817 noch nicht bekannt waren und so wenig handfeste Beweise vor Gericht standhalten würden. Man hat so den Eindruck, dass einzig Zeugenaussagen, die die Tat beobachtet haben, wirklich Gewicht vor Gericht hätten. Dennoch ermitteln Harrington und Kurland und finden immer mehr Hinweise, die auf den/die Mörder:in hindeuten. Ich fand es besonders tragisch, dass noch weitere Menschen nach dem ersten Mord sterben mussten, und auch deren Todesfälle zwar höchst verdächtig waren, aber man nicht beweisen konnte, dass sie wirklich ermordet wurden.

Ich fand den zweiten Fall des Ermittlerduos aber wirklich spannend, weil immer wieder etwas passiert ist und ich wollte den Krimi gar nicht mehr aus der Hand legen und habe ihn innerhalb kürzester Zeit einfach weggelesen.

Besonders gut hat mir auch die Atmosphäre einer Londoner Saison gefallen, in der viele Männer und Frauen versuchen einen Heiratspartner zu finden. Man hatte fast den Eindruck, dass es in diesen Gesellschaftsschichten in einem gewissen Alter kein anderes Thema als den richtigen Partner oder die richtige Partnerin gibt. Ich fand es ein bisschen schade, dass die Bälle und Veranstaltungen am Ende immer seltener erwähnt wurden, allerdings glaube ich auch, dass es andersherum auch nicht richtig gewesen wäre und man dann das Gefühl gehabt hätte, dass es gar kein richtiger Krimi wäre.

Ich möchte hier noch kurz erwähnen, dass ich ein richtiges Jane Austen-Gefühl hatte, weil hier die Partnerwahl unheimlich wichtig ist, aber auch weil die Atmosphäre mich an einen Jane Austen-Roman erinnert hat. Die Kleidung, die gesellschaftlichen Gepflogenheiten und die Veranstaltungsarten stimmen ja auch mit denen aus den Romanen der Autorin überein, was natürlich daran liegt, dass die Romane von Austen zwischen 1810 und 1820 (Regency Zeit) verfasst wurden und spielen und dieser Krimi ebenfalls in dieser Zeit spielt.

Meiner Ansicht nach versteht man vieles auch ohne den ersten Band zu kennen, weil viele Dinge noch mal erwähnt oder erklärt werden. Für manche Hintergründe braucht man den ersten Band zwar, aber hier geht es eher um Nebensächlichkeiten. Wer sicher gehen will, dass er wirklich alles versteht, sollte die Reihe aber in der richtigen Reihenfolge lesen, denn vieles versteht man zumindest besser, wenn man den ersten Band kennt.

Insgesamt hat mir Der Tod gibt sein Debüt von Catherine Lloyd richtig gut gefallen und ich hoffe, dass auch die anderen Bände der Harrington-Kurland-Reihe übersetzt werden, denn ich bin richtig neugierig wie es weitergeht. Ich mochte die Figuren sehr gerne, auch dass Sophia und Anna wieder vorkamen und auch der Fall war sehr spannend. Ich empfehle den zweiten Band der Reihe also wirklich gerne weiter.

 

 

 

Danke an den Digital Publishers Verlag für das Rezensionsexemplar!

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