Mondprinzessin von A. Reed

Rezension: Mondprinzessin von Ava Reed

Mondprinzessin von Ava Reed ist der erste Band der Reihe, den man laut Verlag angeblich auch als Stand-Alone lesen kann, wovon ich aber abraten würde.

Ich mochte Lynn sehr gerne. Sie ist ein starker Charakter und verteidigt sich gegen zwei seltsame Angreifer. Ihr Leben im Heim hat ihr bisher auch keine andere Wahl gelassen als hart zu werden und für sich selbst einzustehen. Das tat mir für sie zwar leid, aber es sorgt dafür, dass Lynn einen tollen, starken und eigenständigen Charakter hat. Gleichzeitig ist sie aber nicht verbittert und wütend, sondern freundlich und nett, wenngleich sie sich natürlich fragt, warum ihre Eltern sie nicht wollten.

Juri ist ein Mondkrieger und dementsprechend stark. Im Laufe der Geschichte erfährt man mehr über seine Hintergründe, die aufzeigen, warum er sich diese Stärke zugelegt hat. Gleichzeitig ist er Lynn gegenüber aber sehr aufgeschlossen und hat kein Problem damit, dass sie sich nicht wie eine normale Prinzessin benimmt. Er scheint ihren rebellischen Charakter sogar sehr zu schätzen, hat aber dennoch das Gefühl, sie beschützen zu müssen.

Beide waren mir sehr sympathisch, auch wenn ich mir noch mehr Einblicke in die jeweiligen Charaktere gewünscht hätte. Mir hat es auch gut gefallen, dass es eine Liebesgeschichte zwischen den beiden gab, obwohl ich mir noch mehr Erklärungen (bspw. warum Juri einem Mädchen wie Lynn so offen reagiert). Hier fehlte mir einfach ein bisschen die natürliche Entwicklung der Liebesgeschichte, was auch an der Kürze des Romans (etwa 250 Seiten) lag.

Durch diese Kürze gab es auch einige Ungereimtheiten. Aber fangen wir anders herum an: Die Geschichte und die Welt haben mir gut gefallen. Ich fand die Idee, dass es Menschen auf dem Mond und den anderen Planeten des Sonnensystems gibt, toll und auch dass jeder Planet gewisse Fähigkeiten hervorbringt, fand ich cool. Leider fiel das Wordlbuilding aufgrund der Kürze ein bisschen knapp aus. Ich hätte mir noch viel mehr Hintergründe zur Lebensweise auf dem Mond gewünscht. Wie funktioniert dort das Leben? Wie die Gesellschaft? Darüber erfahren wir bedauerlicherweise sehr wenig und nur hier und da gibt es mal ein paar Erklärungen (der Mond hat eine Atmosphäre ähnlich der Erde, die verhindert, dass man die Städte und den Palast von der Erde aussieht und dafür sorgt, dass man auf dem Mond atmen kann).

Ich hätte mir aber auch bei der Beziehung von Lynn zu ihren Eltern einfach mehr gewünscht. Diese Eltern warten über 15 Jahre auf die Rückkehr ihrer Tochter und verbringt im Roman kaum zwei Tage mit ihr bis die Verlobungsauswahl-Zeremonie beginnt. Das war mir zu wenig, denn man hätte das einfach an vielen Stellen noch einflechten können (bspw. bei der Auswahl der Kleider für die Veranstaltungen hätte die Mutter helfen können) und ich hätte auch erwartet, dass die Eltern ihrer Tochter möglichst viel über ihre Heimat beibringen wollen, da sie diese nach ihrer Hochzeit ja regieren soll. Aber einzig Juri erzählt ihr ein bisschen was und es gibt einen Spaziergang, den die Königin mit ihrer Tochter unternimmt. Hinzu kam, dass Lynn durch die mangelnden Informationen, die sie aber ihrerseits auch nicht einfordert, mehr als einmal in eine peinliche Lage gerät: sie weiß nicht wie sie sich bei der Zeremonie verhalten soll, sie kann nicht tanzen. Das hätte man verhindern können, wenn die Eltern mehr Zeit mit ihrer Tochter verbracht und sie instruiert hätten.

Und leider sorgt das und viele weitere „Lücken“ dafür, dass der Roman sich eher wie eine Kurzfassung liest. Man hätte so viel mehr daraus machen können und 150 oder sogar 250 Seiten mehr hätten ihm nicht geschadet und ihn sicherlich noch runder gemacht. Ich wollte einfach noch so viel über diese Welt wissen und hätte auch eine langsamere Entwicklung der Beziehung zwischen Lynn und ihren Eltern und Lynn und Juri und ihrer Fähigkeiten, ihrem Kampftraining gut gefunden.

Alles in allem hat mir Mondprinzessin von Ava Reed aber ganz gut gefallen. Ich mochte die Charaktere, die Fähigkeiten und die Handlung und vor allem die Idee dahinter. Ich würde empfehlen, den Band nicht als Stand-Alone zu betrachten, sondern den zweiten Band noch zu lesen, was ich sicherlich tun werde, obwohl mir leider das Worldbuilding ein bisschen zu kurz kam.

 

 

 

Danke an Netgalley und den Drachenmond Verlag für das Rezensionsexemplar!

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