Adventskalender 2023

Rezension: Die Morde von Mapleton von Brian Flynn

Von Brian Flynn, der eigentlich ein sehr aktiver Autor war, gibt es bisher nur eine Übersetzung und zwar von Die Morde von Mapleton. Der Ermittler Anthony Bathurst kommt wohl in den meisten der Krimis des Autors vor.

Die Handlung selbst war recht spannend. Die Ermittlungen haben den Ermittler viel durch die Gegend geführt, die Figuren wurden häufiger befragt und es gab viele Hinweise, einige davon gehörten zu einem zweiten Fall, sodass Bathurst erst einmal herausfinden musste, welche Hinweise für den Mordfall relevant sind. Solche zufälligen Zwischenfälle, die dafür sorgen, dass nicht alle Beweise und seltsamen Vorkommnisse auf eine Täter:in hinweisen, mag ich besonders gerne.

Bathursts Charakter hat mich an eine Mischung aus Sherlock Holmes und Hercule Poirot erinnert. Er ist zwar ziemlich gut, hat sich aber nicht ganz so arrogant verhalten wie einige andere Vertreter seiner Zunft. Ich kann leider nicht näher beschreiben warum er mir wie eine Mischung aus diesen bekannten Detektiven vorkam, aber ich fand seinen Charakter auf jeden Fall recht sympathisch und er wirkte unglaublich kompetent.

Sir Kemble und der andere Polizist, der mit dem Fall betraut war, Inspector Craig tragen zwar ihren Teil zu den Ermittlungen bei, aber die Hauptarbeit übernimmt Bathurst. Sein Freund weiß auch, dass er sich auf den Detektiv verlassen kann, aber Inspector Craig versucht ebenfalls Ermittlungserfolge zu verzeichnen und arbeitet Barthurst so zu (dieser revanchiert sich allerdings indem er auch dem Polizisten einige Hinweise aus seinen Ermittlungen weitergibt; möglichweise hat mir dieses Verhalten Barthurst so sympathisch gemacht), weil er eine Chance für seine Karriere in diesem Fall wittert.

Obwohl es sich um einen Weihnachtskrimi handelt, kommt das Weihnachtsthema ein bisschen kurz. Ja, die Figuren sitzen an Heiligabend beim Weihnachtsessen zusammen als der gesamte Fall seinen Anfang nimmt, aber ein Großteil der Handlung spielt zwischen den Jahren und sogar bis ins neue Jahr hinein. Dennoch kam ein bisschen Weihnachtsstimmung während des Lesens auf.

Wie ich ja eben erwähnte, fand ich den Hauptcharakter, Anthony Bathurst, sehr sympathisch und gleichzeitig klug und kompetent. Ich habe daraufhin natürlich über den Autor recherchiert und herausgefunden, dass es mindestens 20 Krimis mit dem Detektiv gibt, von denen bislang nur dieser eine ins Deutsche übersetzt wurde. Leider findet man nur sehr wenig über den Autor und die Reihe. Im Deutschen nur das, was der Dumont Verlag auf seiner Seite veröffentlicht hat und auch im Englischen nur wenig mehr. Die ersten Krimis wurden in den späten 1920er Jahren veröffentlicht. Was ihn zum Zeitgenossen von Christie macht. Seine Krimis sind dem Genre des klassischen englischen Detektivromans zuzuordnen. Ich hoffe jetzt darauf, dass ich entweder irgendwie an die englischen Krimis komme (was nicht so einfach ist, bei solch alten Büchern), oder dass noch ein paar übersetzt werden.

Alles in allem hat mir Die Morde von Mapleton von Brian Flynn sehr gut gefallen und ich hoffe noch auf weitere Werke des Autors, weil mir vor allem der Detektiv Anthony Bathurst sehr gut gefallen hat. Der Fall selbst war spannend und ziemlich kompliziert aufgezogen, aber das Weihnachtsthema kam nicht so sehr durch.

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