Adventskalender 2023 ·Die Katze, die Geister beschwor von L. Jackson Braun

Kurz gesagt: Die Katze, die Geister beschwor von Lilian Jackson Braun

Die Katze, die Geister beschwor von Lilian Jackson Braun ist der 10 Band der Reihe. Qwill wird von einer alten Freundin Iris Cobb angerufen und gebeten bei ihr vorbei zu kommen. Die panische Frau sagt ihm, dass sie schon seit Tagen Geräusche in den Wänden hört und langsam an ihrem Verstand zweifelt. Qwill fährt sofort los, braucht aber ein bisschen, da Mrs. Cobb etwas außerhalb wohnt. Als er dort ankommt, sind sämtliche Lampen ausgeschaltet, ihre Milch ist warm, aber der Mikrowellenherd ausgeschaltet und Mrs. Cobb liegt tot auf dem Fußboden. Sofort ruft Qwilleran Hilfe und bemerkt natürlich, dass ihm einige Dinge seltsam vorkommen. Um diese seltsamen Aspekte des möglicherweise nicht natürlichen Todes der Frau zu untersuchen, zieht er in das Farmhaus, das inzwischen ein Museum beherbergt, dem Mrs. Cobb vorgestanden hat. Nun ermittelt Qwill mit seinem Kater Koko und der seiner Katze Yum Yum und vor allem Koko zeigt ein komisches Verhalten nach dem anderen: er versteckt sich unter den Vorlegern, führt ständig Selbstgespräche und beobachtet einen leeren Hof. Was spürt der Kater, was Qwill noch nicht entdeckt hat?

Als ich gelesen habe, dass Mrs. Cobb in diesem Band vorkommt, habe ich mich gefreut, weil ich sie bereits aus einem früheren Band und Mordfall kannte. Zwischen den Zeilen kommt heraus, dass sie möglicherweise auch noch in weiteren Bänden eine Rolle spielt. Leider handelt es sich bei ihr um das Opfer, sodass sie nur am Anfang vorkommt und dann auch in den nachfolgenden Bänden keinen Auftritt mehr haben wird.

Irgendwie fand ich das Verhalten der Familie auch seltsam: ihr Sohn wollte sie eigentlich besuchen und reist einfach wie geplant alleine an. Die Beerdigungsvorbereitungen überlässt er Qwill bzw. irgendwelchen Leuten aus der neuen Heimatstadt seiner Mutter, die er nicht kennt und will sie auch dort beerdigen lassen. Seine Frau und sein Kind kommen nicht zur Beerdigung der Mutter und der Mann beginnt sogar eine Affäre mit der Geschäftspartnerin seiner Mutter. Das alles habe ich einfach nicht verstanden und fand Mrs. Cobbs Sohn dementsprechend sehr unsympathisch.

Ansonsten laufen die Ermittlungen so vor sich hin, wobei ich die Motive schon deutlich früher durchschaut hatte als Qwill, aber ich fand es dennoch spannend und ein bisschen gruselig. Ich finde es gut, dass der Krimi kurz vor Halloween angesiedelt und mit einigen Spuklegenden angereichert war. Das hat gut zu einem Krimi, der im Herbst spielt, gepasst. Ich empfehle diesen auf jeden Fall als gruselige Herbstlektüre.

Insgesamt hat mir Die Katze, die Geister beschwor von Lilian Jackson Braun ganz gut gefallen. Ich mag es immer noch, dass die Katzen so präsent vorkommen und sie signifikant zur Auflösung beitragen. Ich mag aber auch Qwill und einige andere der Stadtbewohner, die hier wieder vorkommen. Insgesamt handelt es sich bei diesem Katzenkrimi also um einen spannenden Fall mit Gruselfaktor.

Adventskalender 2023 ·Die Zitronenschwestern von V. Cebeni ·Hörbücher

Kurz gesagt: Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni

Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni ist ein Roman, in dem Elettra die Geschichte ihrer Mutter recherchiert. Elettras Mutter liegt seit einem Jahr im Koma, doch sie weiß praktisch nichts über ihre Vergangenheit und ihren Vater. Als Elettra im Krankenhaus einer seltsamen Frau begegnet, wird sie auf die Reise in die Vergangenheit geschickt. Wie sie herausfindet, hatte ihre Mutter im letzten Jahr vor, eine Reise auf ihre Herkunftsinsel zu machen. Elettra fährt selbst auf diese Insel um endlich die Geheimnisse zu lüften, die ihre Mutter ihr Leben lang vor ich hatte. Auf der Insel lebt eine seltsame Gesellschaft, Witwen werden beispielsweise aus dem öffentlichen Leben ausgestoßen, fiese Investoren wollen das örtliche Kloster kaufen und in ein Luxushotel umwandeln und über ihre Mutter scheinen zwar viele etwas zu wissen, aber alle schweigen über die Vergangenheit…

Ich habe Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni als Hörbuch gehört und werde deshalb sowohl auf das Medium als auch auf den Inhalt eingehen.

Ich muss sagen, dass ich zu Elettra einfach keinen Zugang gefunden habe. Sie wirkte so unglaublich sprunghaft, hat ständig ihre Meinung geändert und wirkte einfach inkonsistent und damit war sie für mich keine plausible Figur. Und so habe ich mich mehr als einmal gefragt warum sie sich verhält wie sie sich verhält, zumal sie sich ständig im Kreis dreht.

Gleichzeitig war für mich die Handlung genauso sprunghaft: Auf einmal war man an einer anderen Stelle. Dabei geht es mir nicht darum, dass die Figur sich in ihre Vergangenheit geträumt hat und damit plötzlich ein Bruch in der Handlung entsteht, sondern eher darum, dass die Figur plötzlich ein paar Tage zurückspringt und über etwas nachdenkt, aber sie kehrt dann nicht offensichtlich zurück in die Gegenwart, was bei mir einfach zu Verwirrungen geführt hat und die Handlung somit total unruhig gewirkt hat. Das kann aber auch an der Hörbuch-Form gelegen haben.

Was mich am vor allem gestört hat, war die Stimmung im Buch: alles auf der Insel wirkt total feindlich. Frauen werden grundsätzlich angefeindet, Witwen werden aus der Gemeinschaft ausgestoßen und sich selbst überlassen. Elettra wird mit jeder Frage, die sie über ihre Mutter stellt, ausgeschlossen, angefeindet und sogar bedroht, weil sie Fragen stellt. Dieses Verhalten habe ich schon nicht verstanden, aber warum Elettra auch noch behauptet, dass sie sich auf der Insel wohlfühlt, ergab einfach keinen Sinn für mich. Die Atmosphäre auf der Insel war so vergiftet und wurde unreflektiert auch von den mies behandelten Frauen akzeptiert. Damit habe ich mich überhaupt nicht wohl gefühlt.

Simone Kabst, die das Hörbuch eingesprochen hat, mag ich als Sprecherin sehr gerne, aber ich musste immer an ein anderes Buch denken, das ich von ihr mal gehört hatte. Da dieses von der Art her ganz anders war, passte ihre Stimme, für mich, nicht so richtig zu diesem Buch.

Insgesamt hat mir Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni nicht gefallen. Ich mochte die Figuren nicht sonderlich, allen voran Elettra, weil sie keine konsistente Figur war, auch die Handlung hat Lücken und war sprunghaft und wirkte damit unprofessionell gestaltet. Die Vergleiche und der Stil waren teilweise ganz schön, aber wirkte an anderen Stellen sehr gestellt und es war anstrengend zuzuhören. Auch Simone Kabst war für mich für diesen Roman keine passende Sprecherin, was aber auch an mir persönlich liegen kann. Vor allem die Atmosphäre hat mir wirklich gar nicht gefallen und ich war einfach nur noch froh, als ich das Buch endlich fertig hatte; als richtiges Buch hätte ich es sicherlich abgebrochen.

Adventskalender 2023 ·Die Weihnachtsdiebin. Eiskalt erwischt von C. K. Zille und C. Wermescher

Kurz gesagt: Die Weihnachtsdiebin. Eiskalt erwischt von C. K.  Zille und Christina Wermescher

Im Weihnachtsroman Die Weihnachtsdiebin. Eiskalt erwischt von C. K. Zille und Christina Wermescher braucht Kira Noll dringend Geld, denn ihre demente Großmutter kann nicht mehr alleine leben und ihr Vater will nicht für die Pflege seiner Mutter aufkommen. Also muss Kira, die selbst noch Studentin ist, für die Kosten aufkommen. Doch woher soll sie das Geld bekommen, wo sie sich doch selbst kaum über Wasser halten kann? Ihr Ex-Freund plant mit zwei weiteren Komplizen einen großen Raub. Sie wollen die Fabergé-Eier aus einem Münchner Museum stehlen und sich dafür in einen Kunstwettbewerb und eine Kunstauktion von russischen Künstler:innen einschleusen. Kiras Aufgabe besteht darin, einen Schlüssel zu besorgen und den Museumsdirektor um den Finger zu wickeln. Doch die eigentlich für die Auktion zuständige Polizist, über den sie viele Informationen ausgegraben hatten, hat einen Unfall und der neue Kollege ist zu verführerisch. Kira verliebt sich in ihn und verbringt eine Nacht mit ihm und plötzlich gibt es da ein Versprechen auf eine glückliche Zukunft, die sie durch den Raub aufs Spiel setzt und dann gerät sie auch noch selbst in große Gefahr…

Eines meiner größten Probleme mit dem Roman/Krimi war, dass Kira dachte, dass sie nicht erwischt wird. Ich dachte am Anfang, dass sie einfach als Kollateralschaden für die Jungs in ihrem Team herhalten sollte, aber offenbar dachten auch die, dass sich Kira hinterher einfach aus der Affäre ziehen kann. Der Plan sah vor, dass Kira unverkleidet, aber natürlich mit falschem Namen Informationen aus dem Museumsdirektor rausholt. Dann sollten die Fabergé-Eier gestohlen werden und sie wollte danach einfach verschwinden. Als ob sie dann nicht sofort an die erste Stelle der Verdächtigenliste rücken würde und bei den Fabergé-Eiern würde man natürlich auch eine große Fahndung starten und mithilfe von Phantombildern nach ihr (und ihrem „Bruder“) suchen. Da der Komplize, der ihren Bruder spielt, sogar schon polizeilich bekannt ist, würde es mich auch nicht wundern, wenn der Museumdirektor ihn sogar aus den Verbrecherfotos auswählen könnte, auch wenn er ihn nur ein paar Mal kurz gesehen hat. Das fand ich ziemlich leichtsinnig und dämlich und total unrealistisch. Da gerade darauf ihr gesamter Plan aufbaut, hatte ich schon ziemlich schnell keinen Spaß mehr an dem Roman.

Hinzu kam noch, dass sich Kira unglaublich naiv verhält und ich anhand der Inhaltsangabe gedacht hatte, dass es sich bei ihr um eine professionelle Diebin handelt, die mehr tut als den deutlich älteren, unattraktiven Museumsdirektor zu verführen. Aber genau das ist ihre Aufgabe in dem Plan. Das fand ich total enttäuschend und Kira alles in allem auch ziemlich unsympathisch, teilweise sogar schon dämlich, wenngleich ich ihr Motiv sympathisch fand. Dennoch fand ich es seltsam, dass das Amt nicht für die Pflege ihrer Großmutter aufkommt, wenn diese selbst nichts hat.

Alles in allem fand ich Die Weihnachtsdiebin. Eiskalt erwischt von C. K. Zille von Christina Wermescher nicht so toll. Ich könnte die Figuren nicht sonderlich leiden, weil sie recht unsympathisch waren und fand auch den ganzen Plan und damit einhergehend die Konzeption des Romans unplausibel und wenig glaubwürdig. Der Großteil der Handlung spielt aber zu Weihnachten, sodass der Roman sich durchaus als Krimi-Liebesgeschichte zu Weihnachten bezeichnen lässt.

Adventskalender 2023 ·Das Leben der Schwedischen Gräfin von G*** von C. F. Gellert

Kurz gesagt: Das Leben der Schwedischen Gräfin von G*** von Christian Fürchtegott Gellert

Bei diesem Roman handelt es sich um die fiktive Autobiographie der Schwedischen Gräfin von G***. Die Gräfin beginnt mit ihrer Erzählung als sie 16 Jahre alt ist und den Brief eines Grafen erhält, der sie im letzten Jahr bei einem Besuch getroffen und sich in sie verliebt hat. Die beiden heiraten und sie zieht zu ihrem Mann auf dessen Landgut. Dort leben sie in Ruhe, allerdings stirbt ihr Schwiegervater irgendwann und zuvor erfährt sie noch, dass ihr Mann mit einer anderen Frau, einer Bürgerlichen, zwei Kinder hat. Als ihr Mann als Soldat in einer Schlacht schwer verwundet wird und wegen eines Fehlverhaltens verurteilt wird, flieht die Gräfin mit dem besten Freund ihres Mannes, der mit ihr auf dem Landgut ihres Ehemannes gelebt hat. Bevor sie flieht, erfährt sie, dass ihr Mann gestorben sei, sodass sie nach einiger Zeit im Exil den besten Freund ihres Mannes, einen Bürgerlichen, heiratet, da in der Niederlande niemand weiß, dass sie von Rang ist. Als ihr erster Mann viele Jahre später wieder vor ihr steht, ist sie schockiert. Ihr Mann erzählt ihr seine Abenteuer in russischer Gefangenschaft und in Sibirien und dass er dort Freunde gefunden und wieder verloren hat. Außerdem lernen sie viele neue Bekannte kennen, einige sterben und auch die Kinder ihres ersten Mannes spielen eine wichtige Rolle in ihrem Leben…

Es passiert wirklich viel in diesem Roman, der zu den ersten Romanen in Deutschland gehört und diese Gattung wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit geführt hat. Viele Autoren haben auf den Vorarbeiten zur Gattung von Gellert ihre eigenen Romane aufgebaut.

Ich muss ja sagen, dass ich am Anfang sehr begeistert war von der Bildung, die diese junge Frau erfährt. Sie spricht darüber, dass sie halbtags wie ein Junge und die andere Hälfte des Tages wie ein Mädchen unterrichtet werde, was ich für sehr fortschrittlich gehalten habe. Leider ist die Begründung dafür recht archaisch: wenn sie einen klugen Mann heiratet, wird dieser sich mit ihr unterhalten wollen und dafür muss sie eine gewisse Bildung besitzen. Es geht also nur darum, eine möglichst gute Partie zu machen, denn da sie über keinerlei Vermögen verfügt, muss ihr Mann sie aus anderen Gründen heiraten wollen.

Ich habe nach dem Lesen des Romans noch den Anhang des Reclam-Hefts gelesen und war sehr irritiert, dass der Roman zeitgenössisch sehr kritisch bewertet wurde und dann ist mir klar geworden, dass ich während des Lesens Kritikpunkte hatte, die wahrscheinlich auch damals zu Kritik geführt haben und dass das wohl die Gründe für die schlechte Bewertung damals war. Man hat immer wieder den Eindruck, dass die Figuren sich ein bisschen wie Figuren in einer Fernseh-Soap verhalten und dass ständig irgendwelche dramatischen Dinge (Todesfälle, Gefangenahmen, seltsame Ehekonstrukte) geschehen sind um die Handlung möglichst abwechslungsreich und spannend zu gestalten. Ich fand es schon sehr interessant, dass so ein Roman damals veröffentlicht und gelesen wurde. Solche Literatur würde man heute in billigen Groschenheftchen oder in der täglichen Vorabend-Soap erwarten. Aber das war wohl schon damals etwas, womit sich die Menschen unterhalten wollten.

Alles in allem fand ich Das Leben der Schwedischen Gräfin von G*** von Christian Fürchtegott Gellert aber sehr unterhaltsam. Die Figuren waren interessant, auch wenn ich es schade fand, dass immer wieder schlimme Dinge geschehen und Figuren gestorben sind. Dennoch wirkten die Figuren auf mich irgendwie mit ihrem Leben zufrieden und glücklich, was auch daran lag, dass sie immer genug Geld für ein glückliches Leben hatten. Von mir gibt es also eine Empfehlung für diesen historischen Roman, die fiktive Autobiographie der Schwedischen Gräfin von G***.

Adventskalender 2023 ·Ankündigungen

Adventskalender 2023

Hallo ihr Lieben,

wie jedes Jahr werde ich auch dieses Jahr einen Adventskalender auf meinem Blog machen. Ich war nicht sicher, ob ich es dieses Jahr schaffe, aber ich habe in den letzten Wochen mal mit der Planung begonnen und mir überlegt, dass ich gerne einen Adventskalender machen möchte. Wie jedes Jahr habe ich versucht, eine gute Mischung aus allen Genres, die ich so lese, hinzukriegen, wobei der Schwerpunkt wohl, wie bei meinem ganzen Blog, inzwischen bei den Krimis liegen wird.

Dennoch habe ich versucht, möglichst viele Weihnachtskrimis zu zeigen. Vielleicht findet ja jemand noch einen Tipp als Weihnachtsgeschenk oder für sich selbst, wenn ihr in der Weihnachtszeit noch nach passender Lektüre sucht.

Ich wünsche euch eine schöne, besinnliche Adventszeit, frohe Weihnachten und viel Spaß mit meinem Adventskalender.

Liebe Grüße
Vanessa