Adventskalender 2022 ·Mord in kleinen Dosen von R. Stevens

Mord in kleinen Dosen von Robin Stevens: May Wong und die totbringende Wohnung

In der letzten Geschichte, May Wong und die totbringende Wohnung, in der Sammlung Mord in kleinen Dosen von Robin Stevens ermittelt Hazels jüngste Schwester. May, die jüngste der Wong-Schwestern, und Rose, die mittlere der Schwestern, kommen mit ihrem Vater nach England, da Rose auf die Deepdean gehen soll. Als dann plötzlich der Krieg in Europa ausbricht und auch England vom Krieg betroffen ist, soll May die gefährliche Heimreise nicht mehr antreten und stattdessen lieber in England bleiben und auch auf die Deepdean gehen, worauf sie aber gar keine Lust hat. Als kurz darauf der Nachbar über der Wohnung der Mountfitchets tot aufgefunden wird, glaubt nur May an einen Mord und beginnt mir ihren Ermittlungen. Kann sie gemeinsam mit Rose den Mordfall aufklären, den nicht mal ihre Schwester Hazel als Mor wahrnimmt?

Ich finde die Idee toll, dass hier mal Hazels jüngere Schwestern ihren großen Auftritt erhalten; auch wenn es natürlich schade ist, dass es sich hier nicht mehr um einen Teil der Wells & Wong-Reihe handelt. Ich mag May und Rose sehr, obwohl (oder vielleicht auch gerade weil) beide so verschieden sind. May ist neugierig und schert sich nicht darum, ob sie mit ihrer Art bei anderen aneckt. Das machte sie mir direkt sympathisch und ich bin wirklich darauf gespannt wie sie sich entwickelt, weil sie noch relativ jung (ich glaube 9 Jahre jung) ist.

Ich mochte es auch, dass wir hier einige der Figuren aus der Wells & Wong-Reihe wiedergetroffen haben (also bspw. Hazel und die Mountfitchets). Man erfährt zwar nicht allzu viel über sie, aber das, was May von außen durch ihre Spionage mitbekommt, sorgt natürlich schon dafür, dass man ein bisschen erfährt wie es nach der eigentlichen Wells & Wong-Reihe mit den Figuren weiterging (wir erfahren bspw. etwas über die Zukunftspläne von Hazel).

May wird am Anfang der Geschichte May geschrieben und am Ende wird sie Mei geschrieben. Das fand ich etwas seltsam und ich gehe davon aus, dass es sich hierbei um einen Fehler handelt, der in der nächsten Auflage behoben wird.

Was mir auch noch gut gefallen hat, ist, dass mit diesem Band die neue Reihe der Autorin eingeleitet wird. Ich bin schon gespannt darauf wie sich May dort entwickelt und ob wir noch mehr über die Figuren aus Wells & Wong (vor allem über Hazel, weil ich die total mag) erfahren.

Insgesamt hat mir die letzte Geschichte May Wong und die totbringende Wohnung aus der Mord in kleinen Dosen-Anthologie von Robin Stevens gut gefallen. Ich mag May und bin schon sehr gespannt auf die neue Reihe, die die Autorin plant. Der Fall hat mir gut gefallen und er fordert Mays Kombinationsgabe. Außerdem fand ich es toll ein paar Figuren aus der Wells & Wong-Reihe noch einmal zu treffen.

Adventskalender 2022 ·Mord in kleinen Dosen von R. Stevens

Mord in kleinen Dosen von Robin Stevens: Das Geheimnis um den zweiten Schrei

In der vorletzten Geschichte Das Geheimnis um den zweiten Schrei dieser Anthologiec von Robin Stevens geht es um die Rückreise aus Hongkong. Hazel denkt darüber nach, wie viele Fälle sie im Laufe der Zeit mit ihrer Freundin aufgeklärt hat und merkt dann, dass sie bei ihren Zählungen den Fall von der Rückreise von Hongkong wohl vergessen hat, weil sie damals ziemlich seekrank war. Damals verschwand eine Passagierin nach dem Abendessen auf dem Weg zu ihrer Kabine spurlos. Ihre Familie schlägt Alarm und doch hätten sie ein Motiv (der Sohn wollte bspw. ein Darlehen von seiner Mutter, weil er seine Erfindung, eine Tierfalle, weiterentwickeln wollte und die Tochter sammelt gemeinsam mit ihrer Mutter Kunstwerke und es gab wohl Uneinigkeiten in welche Richtung die Sammlung gehen soll). Daisy und Hazel ermitteln, denn der ermittelnde Polizist scheint mit dem Fall überfordert zu sein. Bei ihren Ermittlungen stellen sie fest, dass sich einige Zeugenaussagen widersprechen…

Ich finde es ganz interessant, dass dieser Fall auf einem großen Passagierschiff spielt; man hätte diesen natürlich auch zu einem großen Fall machen können; Stoff hätte er sicherlich genug hergegeben. Aber ich fand ihn auch als Kurzgeschichte ganz gut. Ich mag ja solche abgeschlossenen Whodunits sehr gerne, obwohl die Autorin den Kreis der Verdächtigen schnell auf eine Hand voll Personen eingrenzt.

Interessant fand ich auch, dass Hazel erst während sie über ihre früheren Fälle nachdenkt, merkt, dass sie diesen wohl vergessen hat. In diesem Kontext ist interessant, dass Hazel und Daisy sich am Ende des Falles nicht einigen können, welcher von beiden die für die Auflösung wichtigen Hinweise aufgefallen sind. Erst dachte ich, dass Daisy, wie so oft, nicht zugeben kann, dass Hazel auch eine gute Detektivin ist; aber vielleicht handelt es sich bei Hazel hier tatsächlich um eine unzuverlässige Erzählerin?

Schön fand ich auch, dass diese Geschichte mal wieder ohne George und Alexander auskommt. Ich mag die beiden zwar, aber ich hatte mir mehr Geschichten nur mit Hazel und Daisy gewünscht und da hat mir diese Geschichte natürlich großen Spaß gemacht.

Insgesamt war diese Geschichte Das Geheimnis um den zweiten Schrei etwas ganz besonderem für mich, denn es handelt sich hierbei um die letzte Geschichte aus der Wells & Wong-Reihe. Ja, es ist nicht die letzte Geschichte im Sammelband, aber woran das liegt, werdet ihr beim nächsten Post zur Anthologie erfahren. Ich mag es auch immer, wenn die Erzählsituation eine besondere ist und hier wird ganz deutlich, dass Hazel diese Geschichte in der Rückschau noch einmal durchlebt und sich an die Abenteuer mit ihrer Freundin erinnert.

Mord in kleinen Dosen von R. Stevens

Mord in kleinen Dosen von Robin Stevens: Der Hund von Weston

In der vierten Geschichte Der Hund von Weston kommen Daisy und Hazel eigentlich gar nicht vor, denn die Geschichte ist George und Alexander in ihrem Jungen-Internat Weston passiert. Alexander schreibt die Geschehnisse auf und schickt diese als Brief an Hazel.

In George und Alexanders Schule gehen seltsame Dinge vor sich: Kleidung wird gestohlen, jemand sieht eine Ratte und der Haferbrei ist öfter angebrannt. Als kurz darauf aber ein Junge bei einem Geländelauf von einem Tier angegriffen und gebissen wird, fesselt diese Rätsel die Jungs: Was für ein Tier könnte es gewesen sein? Kurze Zeit später finden George und Alexander einen Hund, der ihre Detektivaufzeichnungen in ihrem Geheimversteck, einer Höhle, zerfledert hat. Nun müssen die beiden nicht nur herausfinden wem der Hund gehört, sondern auch, ob dieser jemand ihre Aufzeichnungen gelesen hat…

Neben einem Lehrer ist auch der Bibliothekar der Schule verdächtig, aber auch eine fiese Schülergruppe, die die dunkelhäutige Küchenhilfe beleidigt und piesackt könnte den Hund heimlich in die Schule geschmuggelt haben.

George und Alexander beginnen ihre Ermittlungen und machen das gar nicht so schlecht, obwohl Hazel und Daisy deutlich begabtere Detektivinnen sind als die beiden Jungs. Ich mochte es vor allem wie sie im Laufe ihrer Ermittlungen immer mehr Fakten über den Fall zusammentragen und so nach und nach sämtliche Fragen zum Fall zusammentragen; wobei man sagen muss, dass sie nicht wirklich ermitteln, sondern häufig eher zufällig über die Lösung stolpern.

Gerade, weil man die Jungs ja auch aus vergangenen Geschichten inzwischen ganz gut kennt, fand ich es toll sie mal in ihrem Umfeld zu erleben und ein bisschen was über ihr Internat zu erfahren.

Mir haben auch die literarischen Anspielungen gefallen. An den Hund von Baskerville ist die gesamte Geschichte angelehnt (der Hund wird von den Jungs sogar Baskerville getauft) und der Titel der Geschichte erinnert auch an die Sherlock Holmes-Geschichte. Obwohl es sich bei der Weston um ein Jungeninternat handelt, musste ich auch häufiger mal an Hanni und Nanni denken, die hätten ein ähnliches Abenteuer mit ihren Freundinnen erleben können und hätten in einigen Situationen sicherlich ähnliche gehandelt.

Auch ein wichtiges Thema, das hier angesprochen wird, und das ich oben schon mal am Rande erwähnt hatte, ist der Rassismus, der Menschen aus dem Empire entgegen gebracht wird, vor allem wenn es sich bei diesen Menschen selbst um Britinnen und Briten handelt. George und die Küchenhilfe werden herablassen und beleidigend von einer Schülergruppe behandelt.

Alles in allem mochte ich Der Hund von Weston total gerne. Ich fand es toll mal einen Blick auf die Ermittlungsarbeit der Jungs zu werfen, die Erzählsituation (dass Alexander den Fall in einem Brief schildert fand ich spannend) und mal etwas mehr über die Schule und den Schulalltag der beiden Detektive zu erfahren war auch ziemlich interessant.

Mord in kleinen Dosen von R. Stevens

Mord in kleinen Dosen von Robin Stevens: Der Fall der ertrunkenen Perle

Daisy und Hazel fahren mit George und Alexander und Daisys Tante Lucy und ihrem Onkel Felix ans Meer in den Urlaub. Während Lucy und Felix dort einen Auftrag haben, sollen die Kinder als Tarnung dienen und ihren Urlaub genießen. Eines Morgens wollen die vier noch vor dem Frühstück schwimmen gehen und stolpern dabei über die berühmte Schwimmerin Antonia „Toni“ Braithwaite. Auf den ersten Blick könnte man es für einen Unfall halten, doch den vier Detektiv:innen ist natürlich sofort klar, dass es sich hier um Mord handelt.

Sie haben drei Verdächtige: Mr Sam Geck (Tonis Halbbruder), Mr Reggie Victor (ein anderer Schwimmer), Miss Karam Singh (beste Freundin und Trainerin von Toni) und Miss Mottson, die eigentlich keine richtige Verdächtige ist, weil sie kein Motiv hat und als Journalistin nur kurzzeitig vor Ort ist.

Im Laufe der Ermittlungen finden Hazel und Daisy heraus, wo und wie Toni ermordet wurde, dass es ein nicht unterschriebenes Testament gibt und sie können nach und nach einige Verdächtige ausschließen.

Auch Alexander und George finden, obwohl sie von Daisy ausgetrickst wurden, ein paar wichtige Hinweise und einen Zeugen, der kurz vor Tonis Tod noch einen Mann bei ihr hörte. Obwohl Daisy und Hazel also den größten Teil der Ermittlungsarbeit leisten, finden die vier Detektiv:innen sehr schnell alle Beweise, die sie für die Auflösung des Mordes brauchen.

Ich finde es zwar ein bisschen schade, dass auch in der dritten Geschichte Der Fall der ertrunkenen Perle die beiden Jungs wieder so eine große Rolle spielten, weil ich eher auf Geschichten mit einem Fokus auf Wells und Wong gehofft hatte, aber ich mag die Geschichte dennoch sehr gerne.

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Mord in kleinen Dosen von Robin Stevens: Das Rätsel um die verschwundenen Schätze

In der zweiten Geschichte aus der Anthologie Mord in kleinen Dosen von Robin Stevens geht es um die Rätsel um die verschwundenen Schätze.

Daisy und Hazel besuchen Onkel Felix und Tante Lucy in London und werden auf eine Reihe von Einbrüchen in diverse Londoner Museen aufmerksam. Obwohl Daisy ermitteln möchte, hat Onkel Felix andere Pläne: Er lädt George und Alexander, Freunde der beiden Detektivinnen ein, da diese gerade in London sind. Gemeinsam sollen die „Kinder“ Daisys Geburtstag mit einer Schnitzeljagd im British Museum feiern. Als sie auf ihrer Schatzsuche aber einen mysteriösen anderen Zettel finden, beschließen die vier kurzerhand auch noch eine zweite Schnitzeljagd zu veranstalten…

Natürlich kenne ich auch hier bereits einige Figuren: Sowohl Onkel Felix als auch Tante Lucy natürlich, aber auch Alexander kenne ich bereits aus einem vorherigen Band. George haben Hazel und Daisy erst in einem späteren Band, den ich noch nicht gelesen habe, kennen gelernt. Dennoch wird klar, dass die vier eigentlich Freunde sind, obwohl Daisy sehr konkurrenzorientiert ist. Hazel scheint Alexander aber ziemlich gern zu haben und ich bin jetzt natürlich gespannt wie sich die Beziehungen zwischen Hazel und Alexander und George und Daisy entwickeln.

Besonders gut hat mir an dieser Geschichte auch das Motiv gefallen: Einbrüche in Museen und im Diebstahl, den die vier ausführlich untersuchen geht es auch noch um Ägypten (was ich ja für ein ganz tolles und spannendes Krimi-Thema halte).

Ich mag auch, dass Daisy und Hazel sich immer wieder selbst als Detektivinnen bezeichnen und Daisy, die dieses Mal die Aufzeichnung es Falls übernimmt, reflektiert an einer Stelle auch darüber, dass Mädchen natürlich Fälle lösen und Detektivinnen sein können, was mir gut gefallen hat.

Insgesamt hat mir auch die zweite Geschichte, Das Rätsel um die verschwundenen Schätze, der Anthologie von Robin Stevens sehr gut gefallen. Die Rätsel, die Codes, das Museums- und Ägypten-Thema passt für mich gut zu einem Krimi und ich fand es auch schön, Alexander wieder zu „sehen“ und George kennen zu lernen.

Mord in kleinen Dosen von R. Stevens

Mord in kleinen Dosen von Robin Stevens: Der Fall des ungeladenen Gastes

In der ersten Geschichte Der Fall des ungeladenen Gastes aus der Anthologie um die beiden Detektivinnen Daisy Wells und Hazel Wong der Mord in kleinen Dosen von Robin Stevens geht es um die Hochzeit von Onkel Felix mit Miss Lucy Livedon.

Daisys Onkel Felix möchte seine Verlobte Miss Livedon heiraten und gibt Daisy und Hazel, die als zwei der wenigen Gäste eingeladen sind, den Auftrag Ausschau nach einer älteren Dame mit großer Nase zu halten. Der Standesbeamte macht sie auf eine Frau aufmerksam, die bereits im Trauzimmer wartet und Hazel und Daisy treten sofort in Aktion: Allerdings handelt es sich bei der Wartenden nicht um die Frau, die sie vom Standesamt fernhalten sollten. Die junge Frau hat eine Einladung für die 11 Uhr-Trauung, doch niemand kennt die Dame…

Dieser Fall behandelt zwar keinen Mord, ist aber deshalb nicht weniger spannend. Die Autorin schafft es, auch auf so wenigen Seiten (etwa 40) eine Kriminalgeschichte zu erzählen, bei der Daisy und Hazel mal wieder zeigen können, was sie alt Detektivinnen drauf haben.

Mir gefällt auch gut, dass man ein paar bekannte Figuren wieder trifft: Sowohl Onkel Felix als auch Miss Livedon kennt man schon aus vorangegangenen Fällen. Deshalb sollte man am besten schon einige der Krimis aus der Hauptreihe kennen, damit man diese Figuren besser einordnen kann.

Insgesamt hat mir die erste Geschichte der Anthologie super gefallen. Hazel und Daisy beweisen ihr Können, bekannte Figuren haben einen wichtigen Auftritt und wir erfahren endlich näheres zur Hochzeit von Onkel Felix und Miss Livedon, was mir gut gefallen hat.